Zu einem Vor-Ort-Termin am Hassenbacher Friedhof traf sich der Marktgemeinderat Oberthulba im Vorfeld der jüngsten Sitzung. "Die Nachfrage nach naturnahen Bestattungen wächst, daher wollen wir das nun angehen", meinte Bürgermeister Mario Götz zur Schaffung eines naturnahen Urnenfeldes.

Vier Varianten

Landschaftsarchitekt Valtin Dietz stellte dem Gremium vier Varianten vor. Sie tragen die Namen Strahlenkreuz, Gedenkplatz, Obst- und Waldwiese. Bei jeder der Varianten bleibe der einsäumende Waldstreifen bestehen und es würden noch diverse Bäume dazu gepflanzt. Außerdem differiere die Anzahl der Urnengräber und die Anordnung der Sitz- und Ruhebänke. Einigen müsse man sich auch auf die Art der Namenschilder, ob sie irgendwo zentral oder an den Bäumen angebracht werden sollten. Grundsätzlich seien natürlich auch anonyme Bestattungen möglich. Ein naturnahes Urnenfeld sei auch für den Markt Oberthulba Neuland, aber die Menschen, die dies als letzte Ruhestätte auswählten, wüssten, dass es hier wenig bis keinen Grabschmuck in Form von Lichtern oder Blumengestecken gebe.

Urnenbestattung nimmt zu

Götz betonte, dass es sich bei der ausgewählten Stelle um einen naturnahen Bereich handle, der sich aber trotzdem traditionell im Friedhof befinde. Die Variante "Strahlenkreuz" fand er insbesondere für die Hinterbliebenen sehr stilvoll, schloss aber nicht aus, dass es noch Änderungen geben werde. Im Jahr 2010 habe es sechs Urnen- und 28 Erdbestattungen gegeben, sagte Standesbeamtin Anita Wirth. Im letzten Jahr habe sich das Verhältnis mit 26:15 fast umgekehrt. Der Trend gehe zur Urnenbestattung und auch immer mehr zur naturnahen Urnenbestattung.

Neben der Vorstellung der Jahresrechnung 2020 durch Kämmerer Klaus Blum standen noch Bauanträge auf der Tagesordnung. Nach dem Haushaltsplan für 2020 waren die Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts mit 10,39 Millionen Euro und des Vermögenshaushalt mit 3,61 Millionen veranschlagt. Das Rechnungsergebnis lag bei 10,94 Millionen Euro im Verwaltungs- und bei 5,02 Millionen im Vermögenshaushalt. Die Haushaltsvolumina der vergangenen Jahre bewegten sich zwischen 9 und 15 Millionen Euro. Die Personalausgaben lagen mit rund 7,2 Prozent unter dem Haushaltsansatz von 2 211 400 Euro.

Im Haushaltsjahr 2020 stand keine neue Kreditaufnahme an. Die reguläre Kredittilgung betrug 201 129,60 Euro. Der Schuldenstand des Marktes Oberthulba zum 31.12.2020 lag bei 1 663 344,76 Euro, die Einwohnerzahl 2020 bei 5075, die Pro-Kopf-Verschuldung betrug somit 328 Euro. Am Ende des Rechnungsjahres konnten 1,68 Millionen Euro der allgemeinen Rücklage zugeführt werden.

Das Gremium entschied auch über die Bauvoranfrage zur Errichtung einer Stützmauer in Frankenbrunn, Am Hägholz. Die Mauer darf mit einer Höhe von 1,2 Meter beginnen und auf 0,8 Meter auslaufen. Positiv beschieden wurde auch der Bauantrag zur Sanierung eines Garagendaches mit Umbau in Thulba, Mühlbachring. Des Weiteren der Bauantrag zum Abbruch des bestehenden Dachstuhls und Aufstockung inklusive Errichtung eines Treppenhauses in Frankenbrunn, Forststraße und der Antrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport in Hassenbach, Im Krautgarten.

Für die Anfrage zum Bau eines Carports in Schlimpfhof, Am Fließgraben, stellte der Rat keine Genehmigung in Aussicht. Man wolle hier keinen Präzedenzfall schaffen, da das Carport komplett außerhalb der Baugrenze zu liegen käme. Der Marktgemeinderat hat Kenntnis genommen von der Aufhebung der Bebauungspläne "Stöckleshecke" und Stöckleshecke II", Gemarkung Wartmannsroth. Den Auftrag über die Planungsleistungen Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen im Baugebiet Oberm Dorf im Gemeindeteil Hetzlos wurde an das Ingenieurbüro Hossfeld & Fischer aus Bad Kissingen vergeben.

Allgemeine Infos vom Bürgermeister: Die Akazien würden Dreck machen, meinten Anwohner der Hammelburger Straße, Götz sah diesen Einwand als gerechtfertigt an und bemühe sich, eine Lösung zu finden. Die Sportlerehrung ist nun für den 30 Juli geplant. Außerdem würden Ideengeber und Ausrichter für ein Ferienprogramm gesucht.