Die Strecken stehen bereits seit Ende 2019 fest, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber die Vorfreude ist getrübt: Der Automobil- und Motorsportclub (AMSC) Hammelburg holt am Samstag, 26. September, die Rallye "Fränkisches Weinland" nach. Eigentlich hätte die achte Auflage der Motorsport-Veranstaltung bereits im Mai über die Bühne gehen sollen. Die Corona-Pandemie machte dem AMSC aber einen Strich durch die Rechnung. Mittlerweile hat der Verein ein umfangreiches Hygiene-Konzept ausgearbeitet. Wichtigster Punkt darin: "Zuschauer sind zur Veranstaltung nicht zugelassen."

Kontakte vermeiden

Offizieller Start der Vorbereitungen ist bereits am Freitag um 14 Uhr, das Ende ist auf Samstag, 22 Uhr, festgesetzt. "Auf nicht direkt zum sportlichen Ablauf gehörende Veranstaltungsteile wird verzichtet", heißt es weiter im Hygiene-Konzept, und: "Interaktionen und Kontakte zwischen den Teilnehmern werden weitestgehend vermieden." Die Verantwortlichen mussten an vieles denken, von Bändchen für die Teilnehmer bis Sicherheitspersonal entlang der Strecken. Der Lagerberg und die Serpentine oberhalb von Machtilshausen werden gesperrt, in Sulzthal findet die Wertung nicht auf der Staatsstraße, sondern auf Flurbereinigungswegen nahe des Sportplatzes statt.

Mit gemischten Gefühlen kommentiert Ralf Deinlein, Vorsitzender des Automobil- und Motorsportclubs (AMSC) Hammelburg, die bevorstehende Rallye: "Wir sind froh, dass sie überhaupt stattfindet", betont er auf der einen Seite. Die meisten Motorsport-Veranstaltungen in Nordbayern seien heuer abgesagt worden. "Wir sind die einzigen, die in diesem Jahr ein Rallye in Nordbayern durchführen", sagt Deinlein. "Das Wichtigste ist uns, dass wir den Sport anbieten können."

Auf der anderen Seite würden natürlich die Zuschauer fehlen: "Bei jedem Sport freut man sich über Zuschauer, aber wir müssen alles tun, um Menschenansammlungen entlang der Strecke zu vermeiden." Die Streckenposten seien angewiesen, Zuschauer aktiv wegzuschicken, betont der AMSC-Vorsitzende. Es habe bereits zahlreiche Rückmeldungen von Fans gegeben, die das bedauert hätten. Trotzdem: Wer sich dieser Vorgabe aus dem Hygiene-Konzept widersetzt, riskiere einen Abbruch der Rallye und und werde gebeten, die Strecke zu verlassen. Zudem müssten die Sperrzonen nicht nur wegen Corona, sondern auch aus Sicherheitsgründen freigehalten werden.

Auch das Konzept wurde verändert: "Wir haben heuer alle Anziehungspunkte rausgelassen", sagt Deinlein über die Umplanung der Rallye. Es werde weder Zuschauerpunkte, noch Verkaufsstände geben. "Dadurch fehlen uns natürlich auch Einnahmen", nennt Deinlein als Folge. Auch bei den Strecken gab es Abstriche: Oberhalb von Machtilshausen etwa werde kein Rundkurs gefahren, um auch dort keinen Anreiz für Zuschauer zu schaffen.

Auch für die Teilnehmer gibt es Einschränkungen: Die Zahl der Teams wurde auf 90 beschränkt, im vergangenen Jahr hatten noch 120 Fahrer teilgenommen. 75 machen bei der "ADAC Toyo Tires Rallye Fränkisches Weinland" mit, die knapp 35 Wertungskilometer beinhaltet, weitere 15 starten bei der "DMI Retro Rallye". Anreisen dürfen nur Fahrer und Beifahrer, Betreuer wurden verboten. Für jedes Team wird beim Start in Elfershausen zudem eine gesonderte Box abgesteckt, in der es sich aufhalten darf.

Die üblichen Prädikate der Rallye fallen heuer weg. Die Fahrer erhalten also keine Wertungspunkte für die Nordbayerische, Bayerische oder Thüringer Meisterschaft, für den Regionalpokal Oberfranken oder den Mittelhessen-Cup wie in den Vorjahren. "Die Meisterschaften sind alle abgesagt", berichtet Deinlein.

Für die Einhaltung des Zuschauer-Verbots zwar hilfreich, aber trotzdem ärgerlich sei die Wetter-Vorhersage für Samstag: Kalt, regnerisch und windig soll es werden. "Wir hätten uns vor allem gewünscht, dass es trocken bleibt", sagt Deinlein. Nach Protesten aus Pfaffenhausen kündigt Deinlein an, dass der AMSC den Anwohnern dort entgegen komme: "Wir sparen den Lagerberg für das kommende Jahr ganz sicher aus", kündigt Ralf Deinlein an.