Trommeln für das Christkind? Vielleicht. Auf jeden Fall aber für gut 400 Eltern, Geschwister und Omas und Opas, die die Tribüne der Sporthalle füllten und die Rektorin Simone Albert willkommen hieß. Dazu kamen 350 Grund-Schülerinnen und -schüler, die für den richtigen "Sound" sorgten - nicht wild durcheinander sondern klassenweise und gut vorbereitet.
Uwe Pfausch, studierter Schlagzeuger aus dem badischen Eggenstein, hat dieses Lehrkonzepts mit Schülern und Lehrpersonal entwickelt. Zwei Wochen weilte er in der Mönchsturm-Grundschule und unterrichtete jede Klasse - und die Pädagogen - zwei Schulstunden im Umgang mit Cajons und "Boomwhackern".

"Von diesen Instrumenten habe ich nie gehört. Aber jetzt, wo ich sie sehe, weiß ich was es ist", meinte eine Mutter auf der Zuschauertribüne. Cajons sind mit Folie bezogene Holzkisten. Sie stammen aus Peru woher die Spanier sie mitbrachten. "Boomwhacker hört sich zwar kompliziert an doch sind es einfache Plastikröhren mit denen der Akteur - je nach Größe - die ganze Tonleiter erzeugen kann und eignen sich fast für jedes Musik-Genre", erklärt Pflausch.
Er sieht die Vorteile seiner Schulangebote in der Integration ins Musikgeschehen, in der Erfahrung und im Spaß das ein "musikalisches Teamwork" unterstützt und damit die Klassengemeinschaft stärkt und in der Förderung motorischer Fähigkeiten. "Es sind keine Vorkenntnisse und keine Noten erforderlich", sagt der 49-jährige Perkussions-Lehrer, der seine Kurse ebenso in der Schweiz und in Österreich, auch für Erwachsene, offeriert. "Das Erlebnistrommeln habe ich vor drei Jahren begonnen, heute habe ich jährlich rund 150 Events", fügt er hinzu.

Der 14-tägige Workshop an der Grundschule musste natürlich finanziert werden denn Zuschüsse gibt es nicht für solche Veranstaltungen. "Auf gemeinsamen Beschluss bezahlten wir das Angebot aus dem Erlös des Spendenlaufs der Schüler und des Elternkaffees am Schulanfang - es wurde ein Riesen-Spaß", informierte die Elternbeirats-Vorsitzende Mandy Lacey.

Und dann gaben die Klassen ihr Debüt. Was eignet sich für Cajons besser als der von Queen stammende Dauerbrenner "We will rock you" und "Jambo Mambo", das die zweiten Klassen im Playback-Verfahren auflegten. Dem rauschenden Beifall von der Zuschauertribüne ließen die Erstklässler eine Instrumentalmelodie aus dem "König der Löwen" folgen, begleitet von Boomwhackers.

Der Rhythmus hatte erwachsene Zuhörer und Mitschüler schnell im Griff, Händeklatschen und Singen verwandelten die Sporthalle in eine Musik-Arena. Eine ideale Atmosphäre für die 3. und 4. Klassen, die sich an schwierigere Songs heranwagten wie Rag'n'Bone Mans "I'm only human" oder "Ein Hoch auf uns", den Erfolgstitel von Andreas Bourani. Bei "Gangnam Style" von PSY und "Cheap Thrills" der australischen Sängerin Sia saß kein Zuhörer mehr auf seinem Platz. Das von den Klassen gemeinsam intonierte "Don't worry, be happy" schloss den Reigen folgerichtig. Wer sollte schon ärgerlich die Saaletal-Halle verlassen, wenn doch alle begeistert waren?