Vor zwei Jahren verließen die Franziskaner das Kloster Altstadt. Der Trägerverein der Musikakademie übernahm des Konventgebäude. Die Einrichtung nutzt bereits einen Flügel, nun soll auch der Rest für ihre Zwecke umgebaut werden.

Der Stadtrat leitete das Vorhaben in seiner Sitzung am Montagabend ein, indem er dem Bauantrag zustimmte. Trotz der auf fast zehn Millionen Euro geschätzten Baukosten war es eine leichte Entscheidung, schließlich muss sich die Stadt an der Finanzierung nicht beteiligen. Der in der Vergangenheit übliche Eigenanteil von zehn Prozent ist seit vergangenem Jahr, seit der Gleichstellung mit den anderen bayerischen Musikakademien, weggefallen. Der Freistaat Bayern trägt seitdem alle Investitionen komplett selbst.


Minister gibt sich die Ehre

Als eines der größten Projekte, die in den kommenden Jahren in Hammelburg entstehen, bezeichnete Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) den Umbau. "Wir werden froh sein, wenn es abgeschlossen ist."

Die Pläne des Architekturbüros Brückner & Brückner hätten alle im Vorstand der Musikakademie sehr beeindruckt. Die Details werden Anfang Januar vorgestellt, verbunden mit einem Besuch des Kultusministers, wie der Bürgermeister ankündigte.

Aber schon jetzt ließen sich dem Bauantrag die wesentlichen Grundzüge und Ziele des Umbaus entnehmen. So entstehen im Konventgebäude 23 neue Einzelzimmer, sodass sich die Bettenzahl der Musikakademie auf insgesamt 148 erhöht. Die höhere Gästezahl und neue Standards machen eine Vergrößerung der Küche notwendig. Sie wird daher in den jetzigen Speisesaal ausgelagert.

Als Ersatz entsteht ein neuer Speisesaal für rund 150 Personen im Innenhof des Klosters, der dafür mit Glas überdacht wird. Um dem Innenhof seinen ursprünglichen, klösterlichen Charakter zurückzugeben, wird außerdem der zugemauerte Kreuzgang zum Innenhof hin wieder durchbrochen.


Starke Eingriffe

Die neuen Gästezimmer entstehen im ersten Obergeschoss. Auf allen Ebenen soll es Übungsräume und Lagerräume für Instrumente geben. Im Ost- und Südflügel des bisher nicht ausgebauten Dachgeschosses werden zusätzlich größere Übungsräume geschaffen.

Dem Konventgebäude stehen "statisch enorme Eingriffe" bevor, sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Für die vorgesehene Raumeinteilung müssen auch massive Wände herausgenommen werden und neue Treppendurchbrüche geschaffen würden. Der Denkmalschutz habe den Umbau akzeptiert.


Wechselnde Einrichtungen

Das Kloster am Schlossberg wurde 1649 gegründet. Schon unter den Franziskanern befanden sich im Laufe des 20. Jahrhunderts verschiedene Einrichtungen im Gebäude: zuerst ein Knabenseminar, dann eine Polizeischule und danach die Musikakademie.