Der Fehler ist gefunden. Christian Hoffmann kann die Kabel abklemmen. Im zweiten Lehrjahr lernt er mit seinen Kollegen den Einsatz von Testgeräten und die Elektronik an Autos kennen. Denn die spielt bei Kfz-Mechatroniker eine immer größere Rolle.

"Bei der Mechanik sind die Veränderungen nicht so groß", meint Jürgen Schneidawind, dafür stecke immer mehr Elektrik und Elektronik in Autos. Schneidawind ist als Ausbildungsmeister in der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr mit weiteren Kollegen für die Kfz-Mechatronik-Azubis im zweiten Lehrjahr zuständig.

Für sie hat er ein anschauliches Beispiel auf der Werkbank ausgelegt: Zündverteiler aus verschiedenen Modellen, quasi der Zündverteiler im Wandel der Zeit. Aus dem mechanischen Teil ist über die Jahre ein vollelektronisches Steuergerät geworden. Andere mechanische Systeme an Fahrzeugen sind mittlerweile zumindest mit elektronischen Prüfsensoren aufgerüstet. Selbst an den Reifen muss es nach den neuesten Vorschriften elektronische Druckprüfer geben.


Berufe sind verschmolzen

So ist denn auch der Beruf des Kfz-Mechanikers mit dem des Elektronikers zum Kfz-Mechatroniker verschmolzen. Zur Fehlersuch am Auto wird heute zuerst das bordeigene Steuergerät ausgelesen. Es gibt sogar eine App, mit der der Mechatroniker das in Verbindung mit einem "kleinen Kasten" machen kann, wie Schneidawind erklärt.

Die Bedienung stelle für die jungen Leute kein Problem dar. Die Herausforderung besteht darin, die Systeme und Zusammenhänge zu verstehen. Welches Problem sich hinter einer Fehlermeldung verbirgt, muss oft erst noch Schritt für Schritt gefolgert werden.

So stellt der Beruf schon einige Anforderungen. "Man muss sich schon dahinter klemmen", meint denn auch Lukas Elsner. Er ist bereits im dritten Lehrjahr. An Autos hat er schon vor der Ausbildung bisschen geschraubt, aber die Elektronik war neu für ihn. Man muss verstehen, wie die Systeme miteinander kommunizieren, sagt er. Schneidawind bestätigt, dass die Ausbildenden mit jeder Menge Informationen zu tun bekommen. Er sieht daher die mittlere Reife als gute Einstiegsvoraussetzung, da die Auszubildenden dann schon einiges an Vorwissen mitbringen.

In diesem Jahr haben wieder - neben sechs Industriemechanikern - 24 Kfz-Mechatroniker in der Ausbildungswerkstatt mit der Lehre begonnen. Die Einrichtung investiert immer wieder in neue Geräte, um mit dem technischen Fortschritt gleichzuziehen. So gibt es laut Schneidawind zum Beispiel einen neuen Achsmessstand. Das Fahrwerk muss heutzutage ja auch mit den Kamerasystemen zusammenspielen. Die geplante Erweiterung der Ausbildungswerkstatt verbessert ebenfalls die Ausbildungsmöglichkeiten. So soll es einen speziellen Reparaturstand für Hybridfahrzeuge geben.