Der geplante Kreisel bei Langendorf beschäftigt seit Jahren Gemeinde, Behörden und Bürger: Auf wenigen hundert Metern münden die Autobahn-Auf- und Abfahrt sowie zwei Kreisstraßen in die Bundesstraße, die vierspurige Autobahnbrücke erschwert zudem die Sicht. Die Polizei bezeichnet den Bereich als Unfall-Schwerpunkt. Eigentlich sollten 2019 die Bauarbeiten beginnen, aber auf Anfrage hat das Landratsamt diesen Termin verschoben: "Der Landkreis Bad Kissingen rechnet mit einem Baubeginn im Frühsommer 2020", heißt es aus der Behörde.

Die ersten Pläne legte das Staatliche Bauamt bereits 2015 vor, damals sollte es einen Kreisel ausschließlich für die Einmündung der Kreisstraße KG 37 in die B 287 geben. Das große Problem: Die Langendorfer befürchteten, dass damit eine Zufahrt für ein mögliches Gewerbegebiet geschaffen werden sollte. Deshalb verkaufte niemand Grundstücke. Im März 2017 stellte das Staatliche Bauamt dann komplett neue Pläne für einen Kreisel an der westlichen Autobahn-Auffahrt Hammelburg vor.

Verschiebung nach Norden

Neu war damals die Idee eines gemeinsamen Kreisels für Autobahnzubringer, Kreis- und Bundesstraße. Zunächst mündete aber die Bundesstraße wegen der Autobahn-Unterführung mit zu spitzem Winkel in den Kreisel ein. Eine Verschiebung des Kreisels nach Norden hat auch dieses Problem gelöst. Die Federführung hat mittlerweile das Landratsamt übernommen, um die Planung zu beschleunigen: Die Behörde stimmte die Pläne nun im vergangenen Jahr mit den "beteiligten Kreuzungspartnern", dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt für die B 287 und der Autobahndirektion Nordbayern für die A 7 vor. "Diese Beteiligten haben zur eingereichten Planung Stellung bezogen", teilt das Landratsamt mit, und: "Es wurden Festlegungen für die weitere Planung, den Betrieb und den Bau des Kreisverkehrs getroffen."

Vereinbarung notwendig

Auch Rüdiger Köhler, der beim Staatlichen Bauamt für den Landkreis Bad Kissingen zuständige Abteilungsleiter, bestätigt, "dass mit der Autobahndirektion grundsätzliches Einvernehmen erzielt wurde". Und weiter: "Als nächster Schritt sind die Planungen entsprechend zu verfeinern und dann ist die Vereinbarung auf Basis der dann weitestgehend fertiggestellten Planung abzuschließen." Die Autobahndirektion (ABD) Nordbayern selbst äußert sich nur allgemein: "Die Umplanung der westlichen Rampe der Anschlussstelle Hammelburg an der A 7 zu einem Kreisverkehrsplatz (...) wird von der ABD Nordbayern insbesondere im Hinblick auf die Belange der Verkehrssicherheit und der Leistungsfähigkeit geprüft", teilt die Pressestelle auf Nachfrage mit. Derzeit werde ein Vorentwurf erstellt. Noch nicht festgelegt ist auch, wie die Gesamtkosten für Kreisel und Anschlüsse auf Landkreis, Staatliches Bauamt und ABD aufgeteilt werden: "Eine Vereinbarung liegt im Entwurf vor", heißt es dazu aus Nürnberg.

"Weil die Kreisstraße über eine längere Strecke verlegt werden muss, hat der Landkreis die Federführung übernommen", berichtet der Leiter des Bauamts, Thomas Schoenwald. Als große Herausforderung habe sich herausgestellt, dass die Auf- und die Abfahrt zur Autobahn klar getrennt sein müssen, um falsches Abbiegen und damit Geisterfahrer zu verhindern. Im Gespräch sei auch ein Sichtschutz zwischen den beiden Ästen der Anschluss-Stelle. Andererseits müsse der Kreisel von Bad Kissingen kommend nach der Autobahn-Unterführung rechtzeitig erkennbar sein, obwohl er jetzt nicht mehr in der Sichtachse liegt. "Viele Details sind noch nicht geklärt", kommentiert Schoenwald deshalb die weitere Planung. Auch der genau Radius muss noch festgelegt werden. Das Staatliche Bauamt hatte zunächst einen Kreisel mit 68 Metern Durchmesser geplant, der Landkreis wird voraussichtlich eine kleinere Lösung vorschlagen.

Gemeinde mit Lösung zufrieden

Der Kreistag hat dem Bau eines Kreisels bereits im März 2015 zugestimmt. Die neue Planung werde vermutlich dem Wirtschafts- und Umweltausschuss vorgestellt, kündigt Schoenwald an. Jürgen Englert (SPD), stellvertretender Landrat und 2. Bürgermeister in Elfershausen, erachtet die aktuelle Planung mit Einbindung der Kreisstraße als gute Lösung. Bei der jüngsten Fahrt der Kreisräte zu Baustellen sei der Kreisel kurz Thema gewesen: "Wir sind vorbei gefahren, aber das Thema war schnell durch", sagt Englert.

Unfälle Die Einmündung der Kreisstraße KG 37 in die Bundessstraße B 287 ist seit Jahren ein Unfall-Schwerpunkt. Immer wieder ordnen sich vor allem Ortsfremde aus Richtung Westen, also von Hammelburg kommend, falsch ein, weil sie die Abbiegespuren nach Langendorf und auf die Autobahn verwechseln. Gerade diese Unfallursache soll durch einen Kreisel behoben werden.

Messung Mehr als 10 000 Fahrzeuge, darunter knapp tausend Lkw, sind im Bereich des geplanten Kreisels im Schnitt täglich auf der Bundesstraße unterwegs. Rund 1500 Fahrzeuge biegen täglich in die KG 37 ein, etwa ein Drittel davon kommt aus Richtung Hammelburg. Auf die Autobahn in Richtung Würzburg fahren im Mittel am Tag rund 2750 Fahrzeuge, darunter mehr als 200 Lkw. Die meisten davon kommen ebenfalls aus Richtung Westen. rr