Ihre Fenster putzt Birgit Lorz schon lange nicht mehr. Sauber sind sie trotzdem. Sie hat keine Putzfrau, sondern drei Dutzend Freunde und Bekannte, die das für sie erledigen. Im Gegenzug macht sie deren Steuererklärung oder backt ihnen einen Kuchen. "Nachbarschaftshilfe im Großen", nennt sie das System, das hinter der Hammelburger Tauschring-Initiative steckt.

Wer keine Lust hat zu kochen, Unkraut zu zupfen oder zu bügeln, kann solche Tätigkeiten einfach "wegtauschen". Jede Aktion kostet "Blöker" - die Währung des Tauschrings. Wer eine Stunde lang die Hecke eines anderen schneidet, bekommt auf sein Taschring-Konto 20 Blöker gutgeschrieben. Sein Guthaben tauscht der wiederum für eine Tätigkeit eines anderen ein. Zum Beispiel für einen Babysitter, der eine Stunde lang aufs Kind aufpasst.