Es gehört zur gesetzlichen Pflicht der Jäger, jährlich ihre Abschüsse von Wild zu melden und die Trophäen öffentlich zu präsentieren. Im Gasthaus Stern gab es die Rehwild-Hegeschau der Reviere aus dem Altlandkreis Hammelburg am Freitag. Insgesamt rund 500 Rehgehörne fanden das lebhafte Interesse der Waidleute.
"Unser Wild ist ganz und gar nicht radioaktiv belastet", stellte Daniel Lohfink, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Hammelburg, klar. Dabei bezog sich Lohfink auf die Region um den Landkreis Bad Kissingen, und nicht auf ganz Bayern. "Wir können daher unser Wild wie bisher als einwandfrei und absolut hochwertig an den Endverbraucher abgeben", ist sich Lohfink sicher.

Miteinander von Wald und Wild

Stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU) konnte bestätigen, dass "jede Probe des erlegten Wildes aus dem Landkreis Bad Kissingen in puncto Radioaktivität bisher unauffällig war". Der Genuss von heimischem Wild als "Bio aus der Natur" sei also empfehlenswert. Müller lobte die Erfüllung des dreijährigen Abschussplans (2013 bis 2016), der hochgerechnet zu mehr als 97 Prozent bisher eingehalten wurde. Die Verbiss-Situation in den Wäldern habe sich deutlich mit 75 Prozent Rückgang (seit 1986) verbessert, so Müller. Er würdigte auch die Biotop-Verbesserung im Altlandkreis Hammelburg, die mit 135 Hektar Fläche den Lebensraum des Wildes vergrößert und den Schutz der heimischen Landschaft ermöglicht habe.
Jagdberater Helmut Keller gab Einblicke in die Statistik der Abschusszahlen: 559 Rehböcke, 603 Schmaltiere (weibliche Rehe) und 540 Kitze. Enthalten seien 233 Stück so genanntes Fallwild, also Rehe von Verkehrsunfällen. Eine Spitzenposition der vergangenen Jahre nehme das Schwarzwild mit 1165 Abschüssen ein, so Keller. Die Schwarzwildschäden im Altlandkreis Hammelburg bezifferte er mit rund 21 500 Euro. Das Niederwild dümpelt weiterhin auf niedrigem Vorkommensniveau. Lediglich der Fuchs beweist anhand der 500 Abschüsse einen bleibend hohen Bestand.

Wolf noch nicht in Sicht

Der "Superstar Wolf" sei ein weiteres Thema für die Waidleute, waren sich Keller und Lohfink einig. Nachdem der Wolf in der Spessart-Gegend von Lohr a. Main seine Spuren hinterließ, könnte er auch in der Rhön irgendwann auftauchen. Keller: "Dort, wo der Wolf hinpasst, wird er selbst seinen Weg finden. Man muss respektieren, dass es sich um ein Raubtier handelt." Lohfink: "Ich habe nichts dagegen, wenn sich der Wolf hier auf natürlichem Weg heimisch macht. Aber wenn der Wolf aus Idealismus mit aller Gewalt zu uns gebracht wird, bin ich wütend."
Als Ansprechpartner in Sachen Jagd und Tierschutz bot sich MdL Sandro Kirchner (CSU) an. "Ich bin in meiner fränkischen Heimat verwurzelt und schätze die Tradition und Kameradschaft der Waidleute", so Kirchner. Zu denen werde er in absehbarer Zeit auch zählen, bereitet sich Kirchner doch gerade auf die eigene Jagdprüfung vor. Es passte also, wenn er mit einem feurigen "Waidmannsheil" grüßte. Den musikalischen Rahmen setzten die Jagdhornbläser, für die sich Keller noch eine Verstärkung durch Neuzugänge wünschte, damit eine Bläsergruppe auf die Beine gestellt werden könne.