Wer nachts auf der KG 37 von Langendorf nach Westheim fährt, kennt das Problem: Bis auf die Kreisstraße zurück staut sich die Lkw-Kolonne, die Frankenstraße ist manchmal ganz dicht, auf dem Eck-Grundstück der Firma "Schießer" rangieren die Lastzüge. "Das läuft Nacht für Nacht von 22 Uhr bis 3 Uhr in der Früh", fasst der Westheimer SPD-Stadtrat Norbert Schaub die Situation zusammen, und: "Es kann nicht sein, dass man die Bürger nicht schützt." In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sollte das Umsetzen von Containern nachträglich genehmigt werden. Der Ausschuss stellte den Antrag jedoch zurück. Die Geschäftsführung der Firma will sich zu dem Fall trotz Nachfrage nicht äußern.

Polizei kontrolliert regelmäßig

Beschwerden gibt es seit Jahren: Bis nach Langendorf ist der erhöhte Lkw-Verkehr von der Autobahn über die Saalebrücke bis nach Westheim zu hören. Auch die Hammelburger Polizei kontrolliert nach eigenen Angaben regelmäßig im Industriegebiet Westheim. Die Einfahrt auf das Gelände des Logistikunternehmens sei frei, für den Rest gilt eine Beschränkung auf Lieferverkehr. "Es muss ein Lieferschein vorliegen, dann dürfen die Fahrer ihre Pause auch dort einlegen", berichtet Ralf Peter von der Hammelburger Polizei. Einige Lkw würden dort nachts mit Genehmigung stehen. Andererseits gebe es aber auch Verstöße oder sogar Schäden, weil schwere Container auf den dünnen Stützen gerade im Sommer den heißen Asphalt verdrücken. "Deshalb ist das in vielen Industriegebieten ja auch verboten", berichtet Ralf Peter.

Bereits 2006 zog das Bus- und Logistik-Unternehmen Schießer von Wittershausen nach Westheim um. "Die Gebäude sind genehmigt, aber nicht der Umsetzverkehr", fasste Stadtbaumeister Detlef Mohr die Rechtslage zusammen. Laut Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) habe ein Ortstermin ergeben, dass das Landratsamt nun eine Ergänzung zum Bauantrag forderte. Allerdings wollten die Stadträte den Antrag nicht so einfach durchwinken.

Während die Westheimer Ortsbeauftragte Gabi Ebert (Freie Wählerschaft) schwieg, meldeten sich vor allem die beiden Westheimer Stadträte Norbert Schaub und Monika Horcher (Grüne) zu Wort. "Wer will das wie kontrollieren?", stellte Horcher die Durchsetzbarkeit von Auflagen in Frage. Zudem befürchtet sie eine Gefahr fürs Grundwasser durch die mit Fräßgut geschotterte Fläche. "Können wir verlangen, dass der Untergrund befestigt wird?", fragte auch CBB-Stadtrat Reimar Glückler. Zudem sagte er: "Ich will der Firma Schießer keine Steine in den Weg legen, aber das kann nicht kreuz und quer gehen."

Stadtbaumeister Mohr stellte dem Ausschuss lediglich einen Lageplan vor. Nachfragen nach Betriebskonzepten blieben ebenso unbeantwortet wie Prognosen, was an Lärm zu erwarten ist. Ob die Stadt verlangen kann, dass die Fläche befestigt wird, oder ob die Firma das überhaupt in Betracht ziehen würde, blieb ebenfalls offen. Der Stadtbaumeister hatte lediglich vorgeschlagen, dass die Ausfahrt des Betriebsgeländes so weit befestigt wird, dass kein Schotter mehr bis auf die Straße transportiert wird. Außerdem dürften keine Container auf öffentlichen Flächen umgesetzt werden, und die Frankenstraße müsse frei befahrbar bleiben. Das ging den Räten nicht weit genug, deshalb wurde der Antrag bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt.

"Schönes Beispiel"

Als "schönes Beispiel, wie es auch gut gelingen kann", bezeichnete Bürgermeister Warmuth dagegen die Anträge der Firma "Schmitter" im Westheimer Gewerbegebiet: Sie habe den Umbau des Bürogebäudes und den Einbau einer Zwischenebene in der Produktion mit der Stadt abgesprochen. Gegen die Pläne und die Gestaltung gab es keine Einwände.

Nach-Genehmigung In Westheim hat ein Grundstückseigentümer ein Nebengebäude abgerissen und durch eine deutlich größere Pultdach-Konstruktion ersetzt. Auch wenn sich mehrere Stadträte wunderten, dass erst gebaut und dann ein Antrag gestellt wurde, gab es einhellige Zustimmung. Stadtbaumeister Detlef Mohr verwies darauf, dass die Nachbarn den Plan unterschrieben haben. Laut der Ortsbeauftragten Gabi Ebert sei das neue Gebäude zudem schöner als das bisherige.

Neubauten Als "mutig" bezeichneten mehrere Stadträte einen Neubau in Feuerthal: Dort soll ein sechseckiges Wohnhaus mit Pool in einen steilen Hang integriert werden. Statt einem Sattel- wurde ein Zeltdach zugelassen. In Untererthal ist ein Wohnhaus mit Doppelgarage geplant. Der Bauausschuss stimmte mit der Auflage zu, dass die Einfriedung des Grundstücks den Verkehr an der Zufahrt "Schlehenweg" nicht beeinträchtigen darf. In Hammelburg wurde ein Gartenhaus mit einer Grundfläche von 14 Quadratmetern genehmigt, obwohl der Bebauungsplan "Bachweinbergweg" eine Baugrenze bis zwölf Quadratmeter vorschreibt. Zudem wurde der Neubau eines Carports entlang der Berliner Straße abgesegnet.

Umbauten In Untererthal ist ein Giebelanbau an einem Wohnhaus im Bereich "Untere Au" geplant. In Untereschenbach sollen im Altort mehrere Nebengebäude zu einem Wohnhaus umgebaut werden. Neben der Weth in Pfaffenhausen wurde der Abriss eines Nebengebäudes erlaubt. Das alte Wohnhaus dort soll durch ein neues Gebäude in ähnlicher Größe ersetzt werden. Gegen die Bauvoranfrage gab es keine Einwände.rr