Gottesdienste aufzuzeichnen habe man begonnen, als sich Pfarrer Thomas Eschenbacher mit einer Knieverletzung im Krankenhaus befunden hätte, erzählte Markus Schneider. Und die Kirchengemeinde wollte ihn gerne an den Gottesdienstfeiern teilhaben lassen. Dann sei noch die Übertragung der Faschingssitzung dazu gekommen.

Doch wie schnell kann man so etwas realisieren? Es kristallisierte sich ein vierköpfiges Team heraus. Es besteht aus Markus Schneider, Kilian Warmuth, Claudius Schübel und Magdalena Brendan. Zu Beginn sei es "Learning by Doing" gewesen meinte Elektro-Ingenieur Schneider. Man hätte mit Geräten aus Privatbesitz und einigen Leihgeräten gearbeitet. Nach dem Spendenaufruf ist jetzt etwas Geld zusammengekommen und man konnte eine neue Kamera samt Mischpult anschaffen.

Schneider übernimmt auch die Betreuung des Youtube-Kanals mit Vor- und Nachbearbeitung und Stichworteingabe für leichtere Suchergebnisse. Über die Eingabe "Stadtpfarrkirche Hammelburg" sei es einfach zu finden. "Das aufwendigste und mit rund 2000 Klicks meist aufgerufene Projekt war die Fronleichnamsfeier", berichtete Magdalena Brendan, kaufmännische Angestellte bei den Stadtwerken. Dabei habe man die gesamte Technik am Marktplatz aufgebaut. "Das Mitwirken bei den Übertragungen macht Spaß und ist mittlerweile zum Automatismus geworden", meinte Kilian Warmuth.

Stück für Stück seien Überlegungen herangereift, regelmäßig zu übertragen. Beim ersten Lockdown habe es dann fast täglich eine Übertragung gegeben. Derzeit ist das komplette Equipment auf der Empore aufgebaut und immer zwei Personen für die Übertragung im Einsatz. Im nächsten Schritt soll nun eine Kabelverbindung in die Sakristei realisiert werden, dann genüge eine Person oder gar der Küster könne die Übertragung bewerkstelligen.

Etwa 500 Aufrufe im Schnitt

Die Gottesdienste würden nicht nur Live verfolgt, sondern auch am Nachmittag würden sie gerne nochmal aufgerufen. Die Zahl der Aufrufe hätten sich derzeit bei rund 500 eingependelt, wobei man natürlich nicht wisse, wie viele Personen sich vor den Geräten befänden.

Für die Chance, den Hammelburger Gottesdienst trotz Pandemie mit zu verfolgen, erhalte man sehr viel positive Resonanz. Es gebe Rückmeldungen von Alten und Kranken, aber nicht nur von Hammelburgern, auch von Zu- und Weggezogenen. Derzeit werde geprüft, wie groß der Aufwand ist, das Signal ins hauseigene Netz vom Krankenhaus und Altenheim einzuspeisen.

Die Vorankündigungen sind bis ins neue Jahr schon eingestellt, der Schichtplan fürs Team steht und alle sind gespannt, wie es mit Corona weitergeht. Für die Online-Übertragungen steht auf jeden Fall ein stattliches Programm an. Gestartet wird an Heiligabend um 14 Uhr mit der Kindermette, um 22.30 Uhr folgt die Christmette. An den beiden Weihnachtsfeiertagen wird jeweils um 10.30 Uhr ein Gottesdienst übertragen. An Silvester ist um 18 Uhr Jahresschlussandacht und der Neujahrsgottesdienst findet ebenfalls um 18 Uhr am Neujahrstag statt. Auch über Corona hinaus sollen die Übertragungen als fester Bestandteil wahrgenommen werden.

Viel Herzblut im Projekt

Auch die Seelsorger zeigten sich sehr erfreut und dankbar über die ehrenamtliche Arbeit der vier Personen. Pastoralreferent Markus Waite lobte, wie schnell sie beim ersten Lockdown einsatzbereit gewesen seien. "Bei Markus Schneider laufen die Fäden zusammen, aber auch die anderen drei stecken viel Herzblut in das Projekt", kommentierte Waite.