Wenn man in Neuwirtshaus am Sägewerk Baier vorbei über die Willkommstraße in den Staatswald Richtung Schönderling geht, erscheint linkerhand nach ein paar hundert Metern eine Hütte des Forstamtes. Gleich daneben ist ein alter Kohlenmeiler zu neuem Leben erwacht.

Etwa ein Dutzend Helfer aus der Wanderabteilung des FC Alemannia Schwärzelbach haben in die Hände gespuckt und mit rund 200 Stunden Eigenleistung den Meiler hergerichtet. Wanderer und Koordinator Erich Reidinger sagt: "Bei dem Kohlenmeiler handelt es sich um ein seltenes Exemplar eines gemauerten Meilers." Er dürfte als "Gemauerter" einzig im Landkreis Bad Kissingen sein und könne deshalb als Alleinstellungsmerkmal bezeichnet werden.

Der Kohlenmeiler sei im Jahr 1941 gebaut worden. Die Holzkohle habe in Kriegszeiten als Rohstoffersatz für Benzin gedient. Autos mit Holzvergaser seien damit angetrieben worden, erklärt Reidinger. Nach Kriegsende sei der Köhler-Betrieb eingestellt worden, weil keine Notwendigkeit mehr bestand.

Alfred, der Sohn des verstorbenen Waldarbeiters Florian Emmel, habe auf den Meiler aufmerksam gemacht, berichtet Reidinger. "Der Meiler war verwahrlost und musste erst einmal befreit werden." Nach dem Ausgraben sind jetzt die Schornsteine und vor allem der gemauerte Eingang frei.


Suche nach einem Köhler

Etwa eine Woche lang dauere die Herstellung einer Charge Holzkohle, erläutert Reidinger. Kundige Leute mit Erfahrung in der Holzkohleherstellung seien nötig, um den Vorgang zu überwachen. "Gerade das ist unser Problem." Denn Leute mit Köhler-Erfahrung seien heutzutage recht selten anzutreffen. Daher sei es fraglich, ob ein Betrieb in absehbarer Zeit überhaupt möglich sei.

Wirtschaftlich sei eine solche Produktion bei einer Ausbeute von geschätzten 30 Prozent Energie schon gar nicht. "Da liegt die industriell hergestellte Grillkohle weitaus günstiger", sagt Reidinger. Freilich wäre eine probeweise Inbetriebnahme eine tolle Sache. Als Gedenktermin für eine kleine Einweihungsfeier schlägt Klaus Bickel vom Forstbetrieb Dienstag, 16. August, um 13 Uhr vor. Der Freistaat Bayern ist im Forst von Neuwirtshaus zuständig. "Es ist eine beachtliche Leistung der Anwohner. Sie genießt die Unterstützung unseres Amtes im Rahmen der staatlichen Förderung für Erholungseinrichtungen", zollt Bickel dem Projekt Respekt.

Dank dieses Förderprogramms seien schon andere Maßnahmen wie zum Beispiel eine Sitzgruppe an der Willkommhütte entstanden. Das Projekt Köhler-Meiler soll als Station in den Brennerweg eingebunden werden und ein Hinweisschild erhalten, bestätigt die Gemeinde Wartmannroth.

"Unsere Altherren-Wandergruppe ist oft fleißig", weist Theo Busch auf die weiteren ehrenamtlichen Eigenleistungen der Senioren hin. Zum zum Beispiel bei der neuen Pflasterung des jetzt barrierefreien Zugangs zur Dorfkirche St. Mauritius. Auch Altbürgermeister Herbert Kohlhepp ist dort anzutreffen. "Ich stehe gern mit meinen baulichen Fachkenntnissen zur Verfügung", sagt er und ist sich nicht zu schade, auch bei der Pflasterung selbst Hand anzulegen. Die Kirchenstiftung, die Diözese und die Jagdgenossen hätten die Materialkosten abgedeckt, bestätigt Kirchenpfleger Reidinger. "Solche Aktionen stärken unsere Dorfgemeinschaft", sagt er.efreiheit.