Als im Jahr 2018 der Deißelbach in Elfershausen die Ortsmitte überschwemmte, war auch Bundestagsabgeordnete Dr. Manuela Rottmann in der Nacht gemeinsam mit Gemeinderat und Feuerwehrmann Volker Partsch vor Ort. Die Entwässerung mehrerer Kilometer der Bundesautobahn A7 über den Oberlauf des Deißelbachs stellt aus Sicht der Abgeordneten dabei ein wesentliches Problem dar. Rottmann hat daher laut einer aktuellen Pressemitteilung bereits 2018 und 2019 bei der Bundesregierung nach Möglichkeiten für eine verbesserte Entwässerung der Bundesautobahn im Markt Elfershausen gefragt.

Die Bundesregierung verwies darauf, dass die bestehende Entwässerung zwar den Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses genüge. Ein gemeindliches Hochwasserschutzkonzept ließe sich jedoch mit einer Rückhalte-/Absetzbeckenanlage für die A7 kombinieren. Sollte die Gemeinde ein solches Vorhaben umsetzen, sei die Straßenbauverwaltung bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.

Mittlerweile wird jedoch ein anderes Vorgehen am Unterlauf des Deißelbachs favorisiert. Der Bach soll über ein Rohr in einen Retentionsraum - also eine Art Polder - abgeleitet werden. Für das Vorhaben gibt es eine Förderzusage des CSU-geführten Bundesinnenministeriums aus dem "Programm zur Anpassung urbaner Räumer an den Klimawandel". Weitere Ausbaustufen wie ein Wohnmobilstellplatz sollen aus eigenen Mitteln der Gemeinde finanziert werden.

Rottmann traf sich jüngst mit Einwohnern aus Elfershausen, die das Projekt kritisch sehen. Ein wirksamer Schutz vor Sturzfluten sei mit deutlich geringerem Aufwand zu haben. Die Elfershausener kritisieren, dass das Vorhaben vorangetrieben worden sei, bevor sie darüber informiert wurden und ihre Einwände äußern konnten. "Förderung des Bundes ist wichtig. Aber sie ersetzt nicht die ergebnisoffene Debatte vor Ort darüber, ob ein Vorhaben überhaupt sinnvoll und gewollt ist", sagte Rottmann. Sie stellte klar, dass mit der Förderzusage noch keine Verpflichtung verbunden sei, das Projekt auch umzusetzen.

Die Abgeordnete forderte eine grundlegende Neuaufstellung der Bundesförderung im Bereich des Überflutungsschutzes: "Sturzflutprävention und Klimaanpassung werden Hauptaufgaben der nächsten Jahre sein, und dafür werden verschiedene Maßnahmen ineinander greifen müssen", so die Abgeordnete weiter. "Für diese Kernaufgabe brauchen wir gute Förderprogramme, die eine Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort zwingend vorsehen. Auf einer bislang unberührten Wiese eine Wasserfläche neu zu errichten, hat für mich aber wenig mit Klimaanpassung zu tun. Die geplanten Infrastrukturen im Hochwassergebiet könnten das Problem eher verschärfen."

Wenn der Markt Elfershausen sich dafür entscheide, sicherte Rottmann weiter ihre Unterstützung für eine Mitfinanzierung einer besseren Entwässerung der Bundesautobahn zu. Dort liege aus ihrer Sicht ein wesentlicher Schlüssel für Verringerung der Überschwemmungsgefahr.