Eine positive Bilanz zog der verantwortliche Förster für den Gemeindewald, Christoph Arndt. Fuchsstadt verfügt demnach über einen qualitativ guten Wald, nachhaltige Waldwirtschaft und die angestrebte Baum-Vielfalt, der sich wirtschaftlich ohne nennenswerte Schäden rentiert. Im Rahmen einer Begehung zeigte sich jedoch auch, dass Forstwirtschaft und Jägerinteressen nicht immer auf einer Linie liegen.
Arndt - vor einem Jahr von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) als Förster von Fuchsstadt eingesetzt - informierte: "Wir schreiben schwarze Zahlen. Die Entnahme betrug heuer 6000 Festmeter, 2000 Pflanzen wurden gesetzt. Allerdings machte die große Hitze der Buche zu schaffen, die vorzeitig ihr Laub verlor. Einzelne Bäume nahmen wir heraus um bessere Lichtverhältnisse zu schaffen", stellte er mit Lob für die gute Zusammenarbeit mit der Fuchsstädter "Waldmannschaft" fest.
Verschiedene Ansichten zum Thema "Leittriebverbiss" tauchten auf einer Naturverjüngungsfläche im "Pfützental" auf. Arndt regte an, die Jagd-Art zur Verringerung des hohen Verbisses in diesem Gebiet zu ändern, zum Beispiel durch eine Schwerpunktbejagung.
Dies wollte Jäger Martin Köhler so nicht hinnehmen. Er verwies auf die kurze Bejagungszeit für Rehwild. "Wir haben längst nicht mehr die Wilddichte wie früher - und die Tiere brauchen auch Futter", wandte er sich gegen den Vorschlag einen Schutzzaun zu bauen.


Es muss auch ohne Zaun gehen

Davon steht einer direkt neben der Naturverjüngungsfläche in dessen Areal die Eichen prächtig heranwachsen. Oberforstrat Bernhard Zürner vom Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) vertritt den Standpunkt: "Wir müssen die Haupt-Baumarten auch ohne Zaun hochkriegen. Fuchsstadt hat einen erstaunlich guten Wald und muss sich nicht verstecken. Ich wäre froh, wenn mir so ein Stück Wald gehören würde", fügte er hinzu.
Maschendraht im Wald ist auch nicht im Sinne der Gemeinde, die mit den Jagdpächtern "in engen und stetigen Kontakt bleiben will", wie Bürgermeister Peter Hart versicherte. "Verbiss-Schwerpunkte sollten wir durch intensivere Bejagung schützen", sagte Hart. Mit Hinweis auf die geringe Verbissquote von örtlich sechs Prozent, glaubt er, "dass Gutachten interpretierbar sind".
Hans-Peter Donislreiter, Leiter der Unteren Jagdschutzbehörde kommentierte die Debatte mit der Aussage, "wir jammern hier auf hohem Niveau".
Hart wartet zudem mit der Idee auf, Ausgleichsmaßnahmen für Baugebiete auch im Forst zu etablieren. Dies sei in Fuchsstadt schon einmal bei Baumsetzungen an einem Waldrandstreifen gelungen und anerkannt worden. Seit Jahren praktiziert die Gemeinde die Aufstockung so genannter Bio-Bäume, die unter Naturschutz stehen. Vorgabe sind 250 Exemplare von denen bereits 170 Stück existieren. Diese Baumriesen, die teils mehrere hundert Jahre bestehen, werden weder geschlagen noch nach ihrem Ableben geschnitten und dienen damit künftiger Flora und Fauna. Nach Ansicht Zürners sollte dieser integrative Wald auf der gesamten Fläche verteilt sein. Der Fuchsstadter Forst - vor sechs Jahren mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet - ist rund 940 Hektar groß.