Teilweise neue Gesichter, zahlenmäßig aber ungefähr gleich viele Personen wie bei der ersten, begrüßte Markus Heurung zur zweiten Demo "Für ein fahrradfreundliches Hammelburg". Im Vorfeld wünschte er sich eine schöne, friedliche und hoffentlich spaßige Fahrradtour mit einer ergiebigen Diskussion im Anschluss. Mit der Sperrung der Kissinger Straße Richtung Kreisel sei die Verwaltung einem Weg gefolgt, der voll auf die Kosten der Radfahrer gehe.

Rund eine halbe Stunde lang schlängelten sich die Teilnehmer klingelnd durch die Kissinger Straße und durch die angrenzenden Gassen. Danach folgte eine Aussprache am Viehmarkt. Eine Abstimmung zum Thema gebe es wohl in der Stadtratssitzung nicht, stattdessen fände ein Informationsgespräch statt, informierte Heurung zu Beginn und warb dafür, Interesse an der Sitzung zu bekunden. "Ich finde es schlecht wie es gelaufen ist", sagte Tobias Eichelbrönner. Man würde anerkennen, dass es eine Gefahrenstelle darstelle, aber es sei keine Art und Weise die Radfahrer in die engen Gassen zu schicken. Es als alternativlos hinzustellen sei unseriös, natürlich könne der Stadtrat hier entscheiden, wie es weitergehe.

Als Fingerzeig in die falsche Richtung bezeichnete Hartmut Karlitzek die Situation. Die Stadt gewährleiste nicht, dass für jeden Verkehrsteilnehmer die gleichen Rechte gelten müssten. Immer wieder stehe das Auto im Mittelpunkt, stellte Hans-Josef Fell fest. Er vermisse das Umdenken bei der Regierung und sehe eine verfehlte Energie- und Grünpolitik. Wo ist unser Bürgermeister, wo kümmert er sich um Umweltbelange, frage er.

Die Demo würde Druck auf die Verantwortlichen ausüben, pflichtete Elisabeth Assmann bei. Vom Stadtrat sei jedoch ein Radwege-Konzept in Auftrag gegeben worden. Sie wolle die Argumente mitnehmen und fand es schade, dass so wenige Stadträte hier seien. Christian Fenn sei vor der Demo gefragt worden, für was er eigentlich demonstriere. "Eigentlich demonstriere ich hier gegen mich selbst", hat er sich eingestehen müssen. Es gebe Alternativen und die Straßen-Verkehrsordnung lasse auch Alternativen zu, war sein Tenor.

Es ginge nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Sache, warf Jürgen Stein ein. Die Stadt habe acht Monate Zeit gehabt, um in der unechten Einbahnstraße nach Kompromissen zu suchen. Er stellte sein Konzept vor, bei dem es Auffang-Schutzstreifen gebe, aber auch zwei Parkplätze wegfallen würden. Zweifel hegte er auch an den Maßnahmen der Parkraumüberwachung. Er verwies auch auf die Möglichkeit vor dem Schild abzusteigen, das Fahrrad ein paar Meter zu schieben und dann weiterzufahren, was absolut legal sei. Die Verkehrsflächen müssten neu verteilt werden, auch mal zu Ungunsten der Autofahrer, denn "Fahrradfreundliche Städte gelten als besonders lebenswerte Städte", so Stein.

"Etwas zu verbieten ist allemal schlechter als etwas zu verbessern", wünschte sich Markus Heurung abschließend für Hammelburg ein Gesamt-Verkehrskonzept. Er bedankte sich für den Zuspruch und die Resonanz.