Vera Galarza besucht weltweit Textil-Lieferanten und arbeitet mit den lokalen Managern zusammen, damit in den Fabriken ethische und soziale Bedingungen herrschen. Als Nachhaltigkeitsmanagerin eines Modeunternehmens überzeugt sie sich auf ihre Reisen davon selbst. Manchmal ist Galarza aber auch in einem Café auf dem Marktplatz anzutreffen - in Hammelburg, ihrer neuen Wahlheimatstadt.

Galarza lacht. Die 35-jährige, dynamische Frau deutsch-mexikanischer Herkunft genießt einen schönen Herbsttage in der Stadt. "Es lässt sich in Hammelburg sehr entspannt und leicht leben", schwärmt Galarza. "Mir gefällt die Stadt sehr, da man alles Wesentliche hat und zu Fuß überall hingehen kann." Selbst die Kita sei direkt um die Ecke. "Es ist das erste Mal, dass meine Familie und ich in einem Land leben", sagt Galarza, "und das ist schön."

Schulzeit in Mexiko

Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Mexikaner. Geboren wurde die Neuhammelburgerin in Mexiko. Dort absolvierte sie auch ihre Schulzeit. "Nach meinem Abitur auf einer deutschen Schule in Mexiko habe ich mich an deutschen Universitäten beworben", erzählt Galarza.

Sie wählte einen Doppelstudiengang, bei dem man einen doppelten Abschluss erwirbt. "Dafür musste ich zwei Diplomarbeiten schreiben. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich für einen anderen Studiengang entschieden", sagt sie mit einem Schmunzeln. Galarza studierte zwei Jahre in Bremen und zwei Jahre in London. Ihren Master in internationalen Beziehungen machte sie in Florenz.

Galarza macht sich keinerlei Sorgen, dass sie aufgrund ihres international ausgerichteten Berufslebens bis dato noch nicht viele Einwohner kennen lernen konnte. "Ich war bis jetzt noch viel unterwegs und noch recht wenig in Hammelburg", erklärt sie. Beim Yoga für Schwangere in Elfershausen hat sie aber schon einige Frauen kennengelernt.

Erste Kontakte

Die Kontakte zu den Bewohnern in und um Hammelburg multiplizieren sich. Die herzliche und offene Art der Frau macht es ihr scheinbar leicht schnell Kontakte zu knüpfen. "Ich finde es sehr angenehm, gerade jetzt in einer kleinen Stadt wie Hammelburg zu leben", sagt Galarza. Sie hat bis heute in vielen internationalen Großstädten gelebt, studiert und gearbeitet: London, Berlin, Florenz, Barcelona.

Dort hat sie vor einigen Jahren ihren Lebensgefährten kennengelernt, einen Holländer, mit dem sie heute in Hammelburg lebt. Galarza arbeitete damals in einem großen Beratungsunternehmen in Barcelona mit dem Arbeitsschwerpunkt Nachhaltigkeit. Das Paar hatte nach einigen Jahren Lust auf berufliche Veränderung. "Ich habe mich auf der ganzen Welt beworben", berichtet sie. Ihre Wahl fiel auf das Rottendorfer Unternehmen S.Oliver.

"Mein Partner arbeitet heute für ein amerikanisches Unternehmen in Schlüchtern. Jeder von uns hat einen Arbeitsweg von 100 Kilometern", erklärt Galarza. In der Mitte zwischen den Arbeitsorten liegend und aufgrund der Vorliebe für guten Wein wurde das idyllische Hammelburg ihre neue Heimat. Die älteste Weinstadt Frankens als goldene Mitte sozusagen. Auch in punkto Lebensqualität.

Vorzüge der Kleinstadt

Eine besondere Vorliebe hat Galarza für das städtische Schwimmbad. Dort ist sie mehrmals wöchentlich anzutreffen. "Es ist schön angelegt. Ich gehe sehr gerne dorthin", so die Deutsch-Mexikanerin. Behördengänge ließen sich in Hammelburg auch zügig abwickeln. Sich bei der Stadt neu anzumelden, etwas wofür sie in anderen Städten viele Stunden oder sogar einen ganzen Tag gebraucht habe, sei in 20 Minuten erledigt.

Im Café immer einen Platz zu finden und im Restaurant nicht zwei Monate im Voraus reservieren zu müssen, schätzt sie ebenso. Viele Freunde aus Frankreich, Norwegen, Brasilien, Schweden und England haben das Paar bereits in Hammelburg besucht und eine entspannte Zeit verbracht. Galarza selbst genießt besonders die Samstage, wenn Markt ist.

Ihre Eltern leben heute in Bremen, in der Nähe ihrer Großeltern. Ihr Bruder wohnt in Hamburg. Galarza meint: "Mein Vater allerdings arbeitet noch viel als Unternehmensberater und reist sehr oft." Das Kosmopolitische scheint Galarza schon in die Wiege gelegt worden zu sein.