Auf dem Weg zur klimaverträglichen Gemeinde plant Fuchsstadt den nächsten Schritt, ein Nahwärmeprojekt, das sich in begrenzter Form bereits im Baugebiet "Hinterm Turm" bewährte. Bürgermeister René Gerner erläuterte im Pressegespräch das Vorhaben und Details zur Machbarkeit und Finanzierung.

In der Nähe des neuen Sportfeldes

Eine Hackschnitzelanlage soll demnach in der Nähe des neuen Sportfelds entstehen und im Zuge des Ausbaus des Kohlenberg weitere Straßenzüge und Bauabschnitte mit Wärme beliefern. Die Vorteile des Projekts: Die Reduzierung von Kohlendioxid ( ), die von Rohstoffpreisen und -Steuer unabhängige Preisgestaltung. Ein weiterer Vorteil sei, dass das Geld im Dorf bleibe.

Die Wertsteigerung von Immobilien, geringe Wartungskosten und vor allem die Verwendung eigenen Schadholzes, über das die Gemeinde in großen Mengen verfügt, sind weitere wichtige Faktoren für Gerner, der die "Kommunen als Macher der Energiewende" sieht.

Förderprogramm

Den Wunsch nach ökologischer Energieausrichtung unterstützt das staatliche Förderprogramm "Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen". Dieses stattet kleinere Projekte mit 35 Prozent, größere mit bis 60 Prozent Förderung aus. Weitere Fördertöpfe, die den Gedanken der ökologischen Nachhaltigkeit unterstützen, kämen ebenfalls in Frage.

Genossenschaft

Fuchsstadt reagierte umgehend und reichte Mitte Februar eine Projektskizze für eine Hackschnitzelanlage ein. Nach Besuchen in Großbardorf und in Gössenheim sowie eines Herstellers von Nahwärmeanlagen kam Gerner zum Entschluss, dass das Vorhaben über eine eingetragene Genossenschaft laufen muss.

Die noch offene Frage lautet für ihn: "Wie viele Bürger ziehen mit?" Die Gemeinde schreibt deshalb alle in Frage kommenden Eigentümer - etwa 200 - an und will mit Flyer und Fragenkatalog das Interesse an der Nahwärme wecken und die Gründung einer Genossenschaft forcieren. Neben dem Kohlenberg und den restlichen Anwesen im Baugebiet "Hinter Turm" sind die Kapellen-, Rosen- und Blumenstraße sowie der Wiesenweg und die Obere Dorfstraße angebunden.

Kosten

Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Rund drei Millionen Euro sind für zwei Heizkessel, einen Hackschnitzel-Bunker, einen Pufferspeicher mit 10000 Liter Fassungsvermögen, eine Heizzentrale und Pumpen nötig, wie Recherchen bei den Besuchen ergaben. Fuchsstadt ist jedoch in der Lage jährlich rund 1000 Festmeter Schadholz als Hackschnitzel einzubringen, so Gerner.

Photovoltaik

Den Weg in eine neue Energie-Ära ebnete die Gemeinde schon vor Jahren. Photovoltaik-Anlagen existieren bereits auf dem Kindergarten und der Mehrzweckhalle. Ein 40 Hektar umfassendes Solarzellen-Feld im Gebiet "Lauerbach" wurde vom Gemeinderat im Februar beschlossen.

LED-Beleuchtung

Wie der Kindergarten wurden vor zwei Jahren die Schule, der "Eulentreff" und die Mehrzweckhalle mit LED-Beleuchtung ausgerüstet, die auch die etwa 280 Straßenlaternen erhalten. Nicht vergessen seien die Windkrafträder, die derzeit entstehen und eine Leistung von rund 13 Megawatt liefern.