Rund 3,7 Millionen Euro kostet die Versorgung aller Bürger in Wasserlosen mit schneller Glasfasertechnik. Diese Summe nannten die Stadtwerke Hammelburg, die in den nächsten 16 Monaten das über 50 Kilometer lange Glasfasernetz verlegen. Man werde in allen Ortsteilen gleichzeitig beginnen, bekräftigte Stephan Dausacker, der Interimsgeschäftsführer der Stadtwerke.Die Vergabe erfolgte im Rahmen der bayerischen Gigabit-Richtlinie, die Gemeinde Wasserlosen kann mit Zuschüssen von 90 Prozent rechnen, verriet Joachim Först, der den Breitbandausbau begleitet.

Netz kommt aus Altbessingen

Im nahen Altbessingen liegen bereits Leitungen der Stadtwerke, die Ausweitung des Netzes in die Gemeinde Wasserlosen habe sich deshalb angeboten, berichtete Stephan Dausacker auf Nachfrage. Mit starken Partnern im Baugewerbe wollen die Hammelburger schnell loslegen; das notwendige Material liegt bereits auf Abruf. Mit Clevernet verfügen die Stadtwerke über einen passenden Partner, machten die Vertreter aus Hammelburg deutlich.

Eigentlich wollte Wasserlosen zusammen mit den Nachbargemeinden Euerbach und Poppenhausen das bayerische Gigabit Förderprogramm ausschöpfen und so den schnellen Zugang zum Internet ermöglichen. In Poppenhausen und Euerbach setzt man aber inzwischen auf einen Fördertopf, der vom Bund kommt und verzichtet gleichzeitig auf den Zuschuss des Freistaates. Letzterer ist gedeckelt - pro Haushalt gibt es bis zu 6000 Euro Prämie - die neuen Bundesmittel folgen anderen Regeln. Die Gigabit-Unterstützung, so die Vertreter aus Hammelburg, genügt aber, um den Anschluss aller Grundstücke zu ermöglichen - es sind annähernd tausend, so geht das aus dem Vertrag hervor.

Ausbau erfolgt für die Bürger ohne Kosten

Für die Bürger ändert sich wenig: Dies will man mit vielen Informationen deutlich machen. Jeder Grundstücksbesitzer soll einen Brief erhalten, in Flyern wird das Wichtigste über die Glasfasertechnik erklärt, und die Hammelburger Stadtwerke wollen zu Infoversammlungen laden. Die Umstellungen in den Gebäuden sind für die Besitzer häufig gering, berichten die Profis aus Hammelburg, die vielerorts den Breitbandausbau voran bringen.

Das Thema "Digitalisierung und Netzausbau" ist inzwischen ein "großes Geschäft"mit einer stets steigenden Zahl an Bewerbern, berichtete Berater Joachim Först nach der Vertragsunterzeichnung: so sei es zu Beginn der Digitalisierung auf dem Land anfangs schwierig gewesen, die wenigen Mitbewerber zu motivieren, jetzt kommen auf jede Ausschreibungen fünf oder sechs Angebote.