Eine neue Rastmöglichkeit für Wanderer gibt es jetzt an der Willkommstraße bei Neuwirtshaus. Kurt Müller fertigte zwei stabile Sitzbänke, die zusammen mit einem mächtigen Tisch aus Buntsandstein eine Sitzgruppe bilden. Es lädt zum Verweilen direkt am roten Kreuz ein, an dem auch die Sendelbacher Wallfahrt regelmäßig Halt macht.
Bekannt in der Region und darüber hinaus ist der wohltätige Rentner Müller, der seine Hobbyschreinerei in Wartmannsroth betreibt, durch seine Holzengel, Skulpturen und weitere kreative Schöpfungen, von denen viele auch für den Kirchenbereich zum Einsatz kamen.
Jahrelang hatte das Ehepaar Kurt und Ursula Müller auf ihrem Anwesen am Schafberg in früheren Jahren Weihnachtsmärkte veranstaltet. Alljährlich machen Wallfahrer aus Sendel bach regelmäßig auch in Wartmannsroth am so genannten Sendelbacher Kreuz in der Nähe von Müllers Anwesen Station, bevor sie zum roten Kreuz in den Neuwirtshäuser Forst wandern. Müller gibt ihnen regelmäßig kleine Erinnerungen aus Holz mit auf den Weg.

Fleißig und auf eigene Kosten

"Die alte Eichensitzgruppe war verfault und bemoost", erinnert Müller an die vorangegangene Sitzgruppe, die nicht mehr in Funktion war. "Die konnte ich nur noch entsorgen", so Müller. So baute er auf eigene Kosten eine neue Sitzgruppe mit einladenden stabilen Bänken aus Buchenholz und einen Tisch mit einer stabilen Naturplatte aus rotem Sandstein.
Die Oberfläche der Tischplatte misst 40 Zentimeter mal ein Meter und bietet so den rastenden Wanderern genug Fläche für die Vesper. Den Tischsockel mit vier massiven Quadern aus Buntsandstein lieferte und montierte die Gemeinde Wartmannsroth.

Gemeindearbeiter halfen mit

Hochgerechnet kommt Müller auf insgesamt sechs Stunden Montage für Tisch und Bänke. Auch die Gemeindearbeiter hätten dabei geholfen, denn Müller hat keinen Radlader, um die tonnenschweren Steine zu transportieren. "Wie lange ich für die Holzbänke brauchte, das habe ich nicht nachgerechnet", sagt Müller. Mittlerweile hat er schon Rückmeldung von Radfahrern. "Wir finden die Möglichkeit für eine Rastpause einfach toll", hätten sie spontan ausgerufen. Auch die in zwei Wochen vorbeikommenden Wallfahrer würden sicherlich regen Gebrauch von der Sitzgruppe machen, ist sich Müller sicher.

Kreuz ausgebessert

Das rote Kreuz hatte Müller schon vor vier Jahren ausgebessert. Der Querbalken war zu erneuern und Abdeckungen für den Wetterschutz anzubringen. Über den Ursprung und das Alter dieses roten Kreuzes gibt das Rathaus Auskunft: "Es erinnert an drei gefallene Soldaten aus Frankreich - Rotröcke, vermutlich aus der Zeit 1870/ 71", erklärt Werner Ziegert. "Es ist sehr erfreulich, dass wir mit Kurt Müller einen so fleißigen und spendenfreudigen Bürger in unserer Gemeinde haben", dankt Bürgermeister Jürgen Karle. Er erinnert, dass Müller schon die alte Holztruhe für den Sitzungssaal sanierte, das Wegekreuz mit Hinweisen auf die Ortsteile der Gemeinde Wartmannsroth oberhalb der Rathaustreppe errichtete und weitere Spuren für die Gemeinschaft hinterließ. Der Platz der Sitzgruppe am roten Kreuz sei im Bereich der Gemarkung Neuwirtshäuser Staatsforst, bestätigt Karle und weist auf das Einverständnis von dieser Forstseite hin. Die Willkommstraße sei ein öffentlicher Weg, der von Neuwirtshaus nach Schönderling führe.

Teil des Biosphärenreservats

Seinen Namen hat dieser an der ehemaligen Köhlerhütte vorbeiführende Weg von der historischen Willkommhütte, die dem Bayernkönig Ludwig I. schon vor knapp 200 Jahren als Jagd-Herberge diente. Es war die Zeit von Lola Montez, Ludwigs Geliebter. Heute zeichnet sich dieser Wald als Teil des Biosphären-reservats Bayerische Rhön aus. Jetzt kann auch der Feriengast oder Wallfahrer Rast auf der neuen Sitzgruppe machen.