Verdruss droht in der Gemeinde über den Standort des neuen 5G-Funkmasts, den die Firma "Deutsche Funkturm" in der Industriestraße errichten will - ein Standplatz, der so nicht vereinbart war. Der Rat beschloss den "Kohlenberg" oberhalb des Hochbehälters als Standort anzubieten, der Bewerber erstand jedoch ein Privatgrundstück und will am südlichen Ortsrand sein Vorhaben verwirklichen. Ein - nicht unterzeichneter - Vorvertrag für den Kohlenberg existiert.

Auslöser der Debatte war ein schriftlicher Antrag von Gemeinderat Bernd Stöth, der die Gemeinde aufforderte, ihre Maßnahmen gegen den Standort Industriestraße einzustellen. In mehreren Punkten begründete er seine Meinung unter anderem damit, dass die schnelle Übertragungsrate gerade in Gewerbegebieten notwendig ist. Das Ratsgremium ist der Ansicht, der Mast deckt an dieser Stelle zu wenig Ortsgebiet ab und steht zu nahe an der Wohnbebauung.

Doch auch der Kreis hält einen anderen Standort als die Industrie-Straße für ausgeschlossen, und Fuchsstadt fühlt sich angeschmiert. Nach Dafürhalten von Bürgermeister Peter Hart sollen unter Zuhilfenahme des Bayerischen Gemeindetags rechtliche Möglichkeiten ausgelotet werden. Das fragliche Gebiet mit einer Bauleitplanung zu belegen böte zwar eine Chance, ist aber ziemlich teuer. Sollte es zu einem Rechtsverfahren kommen ist dieses jedoch auch nicht für billiges Geld zu bekommen. Den Antrag Stöths lehnte das Gremium - außer ihm selbst - geschlossen ab. Auch für Rechtshilfe stimmten alle Mandatsträger außer dem Antragsteller.

Neue Gebührensatzung

Zudem sprachen die Räte auch über die neue Friedhofsordnung. Die Satzung ist bereits rechtskräftig, die Arbeiten am neuen Waldfriedhof beginnen nach Ostern. In der vorletzten Sitzung unter Regie von Bürgermeister Peter Hart legte Verwaltungsleiter Elmar Schubert die Nutzungs- und Gebührensatzung auf, die der Gemeinderat einmütig befürwortete, einige Diskussionen - insbesondere bei den Gebühren - inbegriffen.

Eckpunkte der künftigen Friedhofsordnung sind demnach das Verbot zum Befahren der Wege und die Mitnahme von Tieren. Musik ist nur bei Bestattungen erlaubt. Die letzte Ruhe unter Bäumen ist auch unter Familien- oder Freundschaftsbäumen möglich, die jeweils acht Besetzungsstellen vorhalten. Das Nutzungsrecht beträgt 30 Jahre pro einzelner Grabstelle.

Ein so genannter "Sternschnuppenbaum" ist für verstorbene Kinder im Alter bis zu drei Jahren reserviert. Das Nutzungsrecht pro Grab beträgt hier zwei Jahrzehnte. Diese Bestattungen sind gebührenfrei. Das Nutzungsrecht bedarf der Zustimmung der Gemeinde. Der Wiedererwerb eines Grabrechts nach Ablauf ist in zehn-Jahres-Schritten möglich. Ein Antrag von Willibald Kippes, Familien- und Freundschaftbäume mit einer Belegfrist von 50 Jahren auszustatten, lehnte der Gemeinderat ab.

Zur Gestaltung des Gottesackers auf dem Mühlberg legten die Räte ein Namensschild in der Größe von acht mal fünf Zentimeter fest, das in 1,50 Meter Höhe anzubringen ist. Blumenschmuck ist bis zu zehn Tagen nach der Bestattung erlaubt, dann aber abzutragen. Falls er nicht entfernt wird, tritt der Gemeindebauhof in Aktion was Kosten verursacht. Die Gebühren sind bei der Gemeinde einzuholen. Sie richten sich auch nach Baumkategorie.

Punkt für Punkt aus dem Gemeinderat

Bauanträge Keine Einwände gab es gegen zwei Bauanträge. Der Neubau eines Wohnhauses mit Carport und Nebengebäuden in der Weinbergstraße, der mehrere Befreiungen von den Festsetzungen benötigte, passierte den Rat ebenso einmütig wie die Wohnungssanierung mit Umbau "Am Kohlenberg".

Bildstock Wie Bürgermeister Peter Hart informierte, steuerte die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken zur Bildstockrenovierung in der Schweinfurter Straße 450 Euro bei.

Rechnungsprüfung Ausschussvorsitzender Mathias Stöth legte im Anschluss das Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung 2019 auf. Zu entnehmen waren zwei überplanmäßige Ausgaben, die die Personalkosten im Kindergarten und die Umsätze der Wasserversorgungsanlage betrafen. Der Rat stellte die Jahresrechnung fest und billigte sie. Die Entlastung fiel einstimmig aus.