Die Denkmalschutzmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst erhielt die Marktgemeinde Oberthulba. Wegen besonderer Verdienste um den Denkmalschutz, der die Sanierung des historischen Gemeindehauses in Hassenbach betrifft.


Hohe Auszeichnung

Bürgermeister Gotthard Schlereth fuhr nach München, um diese hohe Auszeichnung entgegenzunehmen. Jetzt teilte Schlereth dem Gemeinderat dieses erfreuliche Ereignis mit. Nicht ohne Stolz, denn nach Bekundung des bayerischen Staatsministers Dr. Ludwig Spaenle sei dieses hervorragende Projekt eines von den 27, die heuer ausgezeichnet werden. Spaenle: "Denkmalschutz ist ein Thema, dem die Bevölkerung große Aufmerksamkeit schenkt." Solche Projekte wie das Gemeindehaus in Hassenbach seien eine überzeugende Werbung für den Denkmalschutz in Bayern und wertvolle Zeugnisse der Historie.
Mit dem Erhalt solcher Bau- und Bodendenkmäler seien Zeugnisse der heimatlichen Geschichte in Bayern bewahrt, dankte der Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dipl.-Ing. Mathias Pfeil, der Marktgemeinde Oberthulba für das außerordentliche Engagement. "Ihre Instandsetzung und Nutzung heute und morgen halten unsere Landschaft und unsere Orte lebendig", so Pfeil. Die Denkmalschutzmedaille bezeuge einen wertvollen Beitrag zur bayerischen Geschichte. "Der Markt Oberthulba und seine Bürger, insbesondere die Hassenbacher, wollten die Geschichte solcher alter Häuser bewahren", stellte Schlereth fest. Das ehemalige Kaplanhaus und das alte Forsthaus galt es zu erhalten. "Gerade im Zusammenspiel wirken die beiden benachbarten Baudenkmäler für die Hassenbacher Ortsmitte prägend", so Schlereth. Während das ehemalige Forsthaus privat genutzt wird, dient heute das ehemalige Kaplanhaus der Öffentlichkeit als Gemeindehaus der Dorfgenerationen.
"Die Maßnahmen am Kaplanhaus (18. Jahrhundert) erfolgten mit großer Rücksicht auf den historischen Bauzustand", so Schlereths Projektbeschreibung. Zur Erhaltung der Statik wurden Arbeiten am Tragwerk des Fachwerkhauses ausgeführt.
Historische Elemente wie Fenster, Türen, Fußböden, Putze, Fensterbekrönungen und Fensterläden wurden behutsam restauriert. Eine energetische Dämmung des Gebäudes war durch Schilfrohrmatten möglich. Die Dorfgemeinschaft habe sich in ungezählten Stunden Eigenleistung an der denkmalgerechten Instandsetzung beteiligt. "Dieses gelungene Beispiel für eine erfolgreiche städtebauliche Innenentwicklung von Hassenbachs wiederbelebter Dorfmitte ist ein Projekt mit Vorbildcharakter", heißt es in der Veröffentlichung. Darüber freute sich auch der unterfränkische Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, der zur Denkmalschutzmedaille gratulierte.