Den Umzug vom Viehmarkt auf den Weihertor-Parkplatz haben die FlohmarktHändler nicht bereut, wie die Premiere am Samstag zeigte. Gerade bei dem nasskalten Wetter war es von Vorteil, dass die Händler ihre Autos direkt am Stand parken konnten. So gab es kurze Wege für das Ein- und Ausladen.

"Ich kann mich bei Regen und Kälte zum Aufwärmen ins Auto setzen", sagte Händler Roland Ott aus dem Landkreis Main-Spessart. Er stellte zum ersten Mal aus und zog mit altem Werkzeug die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Ein Hammer für die Steinbearbeitung, eine Klempnerzange zum Verbiegen von Rohren oder eine Knochenquetsche für die tiergerechten Zubereitung von Hühnerfutter lagen zum Beispiel aus.

Genug Ausweichmöglichkeiten

Bis der Umbau am Viehmarkt beendet ist, findet der Flohmarkt auf dem Weihertor-Parkplatz statt, sagte der städtische Marktleiter, August Brendan. Die Änderungen halte sich im Rahmen. Brendan erklärte: "Die Flohmarkthändler, die auf dem Viehmarkt ausstellten, hatten ihre Fahrzeuge auch am Weihertor-Parkplatz abgestellt und brauchten auch dort Platz."

An den Samstagen werde sowieso weniger Parkplatz benötigt, weil die Berufstätigen dort nicht parken. Ausweichmöglichkeiten gebe es ohnedies, zum Beispiel auf dem Bleichrasen, dem Otto-Zeier-Parkplatz, auf der Lagerstraße oder notfalls auch auf den Saalewiesen.

"Früher, auf dem Viehmarkt waren wir dichter beieinander", sprach der Bad Kissinger Trödler Lothar Anschütz von einer vertrauten Atmosphäre, die jetzt ein wenig verloren gegangen sei. Andererseits schätze er die Möglichkeiten, die sich durch den erweiterten Raum ergeben. Schmuck, Porzellan, Glasartikel sowie Funde aus Kellern und von Dachböden zierten seinen Ausstellungstisch.

Seine Sammeltassen aus den 1950er Jahren riefen unter den älteren Besuchern lebhafte Erinnerungen hervor. "Solche Tassen haben meine Eltern gehabt und wie Heiligtümer in die Vitrine gestellt", war eine Besucherin begeistert und zückte ihr Portemonnaie. Andere Gäste fanden plötzlich alte Stücke, die in ihrer Sammlung fehlten. Mit dem Wohnmobil war Händler Thomas Limberg aus der Region Würzburg angereist. Er baute seinen Stand vor dem Fahrzeug auf. "Für mich ist es besser geworden", schätzte er den neuen Standplatz hoch ein. Das Stoffdach, das Limberg vor seinem Wohnmobil ausgerollt hatte, schützte seinen Verkaufsstand vor Regen.

Auch bei ihm war die Auswahl vielfältig. "Die Schönheit ist für mich ausschlaggebend", meinte der Händler, auch wenn er sich bewusst war, dass nicht alle nachvollziehen können, was er an manchen Sachen schön findet.