Verdruss im Gemeinderat gab es bereits in der ersten Sitzung der Legislaturperiode. Anlass waren zwei Rechnungen der Firma Zehe über knapp 45 000 Euro für das entstehende Kneippbecken im Rahmen der Umgestaltung des Saaleufers. Sind die geforderten Mehrkosten ein Planungsfehler? Die Herstellung des Tretbeckens nach ursprünglicher Konzeption ist jedenfalls nicht möglich.

Planer Ralph Schäffner vom Kitzinger Büro arc.gruen gab Aufschluss.

Demnach muss das in einer Flachwasserzone geplante Tretbecken tiefer gründen, um seinen Zweck erfüllen zu können. Dass das Becken in einer Tiefwasserzone liegt, wurde jedoch erst jetzt erkannt und verursachte die enorme Kostenmehrung. "Wir sind nicht glücklich über diese Tatsache. Doch glaube ich nicht, dass wir am jetzigen Standort günstiger bauen können", räumte Schäffner ein.

Bürgermeister Peter Bergel vermutete dass der Wasserstand der Saale nicht gemessen wurde. Sein Stellvertreter, Michael Röder, zweifelte an der exakten Einschätzung des Untergrunds. Elmar Hofmann sah einen Planungsfehler als Ursache und war darüber verwundert, denn arc.gruen lieferte bei der Neugestaltung des Friedhofs eine akzeptable Arbeit, wie er formulierte.

Bergel und mehrere Gemeinderäte sehen einen Planungsfehler, für den der Auftraggeber nicht aufkommen muss. arc.gruen möge die Kosten für den Fehler über seine Versicherung oder anderweitig regeln. Der Markt will sie keinesfalls begleichen und notfalls den juristischen Weg gehen, so der Bürgermeister.

Die Einstellung einer Archivkraft für die Allianz "Fränkisches Saaletal" warf für Dieter Brand die Frage auf, was archivierungswürdig ist. Die Erklärung des Bürgermeisters schien befriedigend, denn dem Anliegen stimmte der Rat einmütig zu. Die jährlichen Kosten für den Archivar belaufen sich auf knapp 3 500 Euro, die Einstellung der zusätzlichen Kraft läuft über fünf Jahre. Ohne Einwände passierte auch die Gebiets-Änderung im Bereich der Staatsstraße KG 7 Sulzthal/Euerdorf. Der Radweg nach Wirmsthal wird in die Maßnahme mit eingebunden.

Für das Ehrenamt des Seniorenbeauftragten konnte Michael Röder zwei Frauen, Inge Gigla und Nicole Betz, gewinnen. Als Jugendbeauftragter für Euerdorf gab Gemeinderat Benjamin Schmitt seine Zusage. Ein Jugendbeauftragter für Wirmsthal wurde nicht gewünscht.

Zu Räten der Philippi'schen Stiftung bestellte das Gremium Bürgermeister Bergel und seinen Stellvertreter Michael Röder. Den Rechnungsprüfungsausschuss bilden Vorsitzender Christian Erhard und Dieter Brand.

Zur Farbgestaltung der Rathausfassade stellte der Bürgermeister drei Varianten, ein helles Gelb, Beige und Weiß mit abgesetzten Beige, vor. Michael Fell gab die vielen hellen Fassaden in der Nachbarschaft zu bedenken, Erhard befürchtete, dass die Farben möglicherweise nicht so sind wie dargestellt. Der Marktgemeinderat entschied sich mehrheitlich für die zweifarbige Gestaltung.

Den detaillierten Bericht zur örtlichen Rechnungsprüfung 2018 legte Ausschussvorsitzender Michael Fell auf. Über- und außerplanmäßige Ausgaben wurden genehmigt. Die Rücklagen betrugen ca. 746 000 Euro. Mit Feststellung der Jahresrechnung ging auch die einmütige Entlastung von Bürgermeisterin Patrizia Schießer einher.

Keine Einwände gab es zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage "Im Sand" und die Errichtung eines Carports "Am Fußpfad". Auch die Einrichtung einer Hochfrequenzanlage auf dem "Haarberg" durch die Telekom befürworteten die Räte. Für die Klappläden am neuen Rathaus erhielt der wirtschaftlichste Anbieter den Auftrag zu Preis von rund 13 400 Euro. Die Sonnenschutzarbeiten erledigt eine Firma aus Salz zum Preis von ca. 14 740 Euro.

Beim Rathausneubau wurden Aufpreise fällig für die Holzbauarbeiten am Haus 10, für Trockenbau- und Innenputzarbeiten sowie Schreiner- und Lüftungsarbeiten, die der Gemeinderat mehrheitlich genehmigte. Die Arbeiten schlagen mit Insgesamt knapp 54 000 Euro zu Buche. Mit den Nachträgen und Zuschlägen steigt die Gesamtsumme zum aktuellen Zeitpunkt auf 5, 989 Millionen Euro, stellte Bergel fest. Auch für die Friedhofssanierung in Euerdorf gibt es einen Nachtrag von 7 258 Euro bedingt durch Metallarbeiten für eine Absturzsicherung.