Ihre Bewunderung über die engagierten Edelbrenner veranlasste die Mitglieder des Gemeinderates Wartmannsroth zu einer 180-Grad-Schwenkung. Mit ihrem Beschluss, den bereits zugesagten Zuschuss der Gemeinde für den Brennerweg in Höhe von 59 000 Euro jetzt um weitere 10 000 Euro aufzustocken, gaben die Räte von Wartmannsroth ein deutliches Signal der partnerschaftlichen Solidarität mit den Edelbrennern. Bürgermeister Jürgen Karle: "Der Brennerweg ist ein Highlight für die Gemeinde. Er ist nicht für die Brenner allein da", blickte Karle auf den Tourismus und betonte zugleich: "aber ohne die Brenner geht es überhaupt nicht."
In der vergangenen Gemeinderatssitzung, noch vor den Sommerferien im Juli, hatte es nämlich eine aus jetziger Sicht unnötige Kostendiskussion gegeben. Offensichtlich war den Räten damals nicht bekannt, dass noch Grundfläche (Binsrain und Hornhag) für den Brennerweg erworben werden musste und dass die zunächst mit 21,9 Kilometer Länge geplante Strecke mittlerweile auf ein Wegenetz von 36,7 Kilometern angewachsen ist. Klar, dass dadurch auch mehr Informationstafeln gebraucht werden.


Kostenrahmen 100 000 Euro

"Hätten wir das damals alles gewusst", bedauerte Christian Kohlhepp, dass der koordinierende Mitarbeiter aus der Verwaltung, Werner Ziegert, erst jetzt mit seinem ausführlichen Vortrag zum aktuellen Stand des Brennerweges in die Gemeinderatssitzung eingeladen wurde. So war zum Beispiel den Räten im Juli offensichtlich noch nicht bekannt, dass ein zusätzliches Wegenetz "Extratouren" geplant ist. Die Kenntnis davon aber hatten die Brenner damals bei den Räten vorausgesetzt.
Die Kostenaufstellung weist eine bisherige Gesamtsumme von knapp 100 000 Euro aus, zu der noch zusätzliche Ausgaben von voraussichtlich 7000 Euro hinzu kommen werden. Darin sind Werbeträger (Fahnen, Beachflags und Rollups) für rund 2000 Euro, aber auch Anpflanzungen am Hügel der Aussichtsplattform "Binsrain" für etwa 500 Euro oder der noch nicht beschlossene Bau einer Schutzhütte für 4500 Euro vorgesehen.
Bei den Kosten der erstgenannten Summe sind knapp 80 000 Euro für die Agentur Höhne, 6300 Euro für die Aussichtsplattform, rund 5800 Euro für Möbel (Sitzbänke und Tische im Außenbereich) sowie der Grunderwerb für knapp 6500 Euro bereits fest als Posten kalkuliert. Hinzu kommen noch Restbeträge kleinerer Posten.
Es geht flott voran mit dem Brennerweg. Dass auch die sechs Edelbrenner, die sich mittlerweile zu einem Verein zusammengeschlossen haben (wir berichteten), recht aktiv und kreativ geworden seien, erfreute die Räte. "Es steckt viel Arbeit der Brenner drin", erläuterte Ziegert. In eigenen Flyern rufen die Brenner zur "Mitmach-Aktion Beerensammeln" auf. In den von Brennern eigens mit viel Aufwand (etliche hundert Stunden) konzipierten 37 Infotafeln werde auf die Natur, die jeweilige Ortsgeschichte und die Technik der edlen Destillation eingegangen, so Ziegert. Der gemeinsam gebrannte Wald-Frucht-Brand soll als Gemeinschaftsprodukt zur Eröffnung des Brennerweges am 24. April 2016 ausgeschenkt werden. Doch zuvor gibt es heuer am 17. und 18. Oktober die beliebten "Tage der Edlen Brände".