Die vermutlich letzte Sitzung des Stadtrates vor der Kommunalwahl war gleichzeitig die meist-besuchte: Rund 60 Zuhörer kamen, Stühle mussten geholt werden. Viele von ihnen gingen bereits nach dem dritten Tagesordnungspunkt "Verkehrsführung" enttäuscht nach Hause: Das Thema wurde "vorläufig ohne weitere Maßnahmen" vertagt, um zunächst weitere Auskünfte von Landratsamt und Staatlichem Bauamt einzuholen. Ein Antrag von Reimar Glückler (CBB), zumindest die Vollsperrung der Rote-Kreuz-Straße als Option auszuschließen, war zuvor mit 14:10 Stimmen abgelehnt worden.

Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) dämpfte gleich zu Beginn die Erwartungen der Zuhörer, darunter Vertreter der Bürgerinitiative und der Gebietsverkehrswacht. "Das lassen wir aktuell verkehrsrechtlich prüfen", verwies Warmuth auf Einzel-Fragen wie einen Rechtsabbiegepfeil an der Postamtskreuzung oder ein Lkw-Verbot für die Linksabbiegespur von Untererthal kommend in die Weberstraße. "Diese Fragen sind aus meiner Sicht nicht gravierend", entgegnete Warmuths Stellvertreter Reimar Glückler, und: "Wir diskutieren seit 1998 über die Verkehrspolitik, wie lange wollen wir denn noch warten?" Drei Gutachten, sechs Arbeitskreise und sieben Bürgerversammlungen habe es zu dem Thema bereits gegeben. Aus Glücklers Sicht sind sich die Stadträte einig, dass die Anwohner der Rote-Kreuz-Straße entlastet werden sollen. Als Arbeitsgrundlage für die weiteren Überlegungen wollte Glückler einen Grundsatzbeschluss, "dass mit uns eine Totalsperrung nicht zu machen ist".