Und die nächste Bildungseinrichtung bereitet sich für die Zertifizierung bereits vor. Seit Juli 2014 darf sich Hammelburg zu den Fairtrade-Städten zählen. Seitdem hat die Überzeugung vom gerechten Handel und das Einstehen für faire Produktionsbedingungen weitere Kreise gezogen.
So hatte Ruthild Oschmann-Hepp die Idee, die Jakob-Kaiser-Realschule für die Fairtrade-Zertifizierung anzumelden. Und nun ist die Hammelburger Realschule die 244. Fairtrade-Schule, die erste im Landkreis Bad Kissingen, wie George Meister sagte. Der Referent der Organisation Transfair überreichte der Schule die Auszeichnung.
Am Beispiel eines iPhones, das für ein Vielfaches seiner Herstellungskosten verkauft wird, machte Meister die Diskrepanzen der globalen Produktion deutlich. "Da stellt sich die Frage, wo das Geld hängenbleibt", sagte er. Die Produktionssituation in den Ländern der südlichen Hemisphäre solle jeder im Bewusstsein haben, wenn er zum Einkaufen gehe.
"Wir entscheiden mit unserem Einkauf, ob wir das Gerechte oder das Ungerechte wählen", meinte auch der stellvertretende Schulleiter Christian Buchner. Und Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) erklärte, dass er stolz sei, dass der Fairtrade-Gedanke in der Stadt gelebt werde.


Schulteam bildet sich

Für das Zertifikat musste die Schule fünf Kriterien erfüllen. Oschmann-Hepp stellte ein Team aus Schülern, Lehrern und der Elternvertretung zusammen, das Projekte ausarbeitete. Alle Klassen waren dabei vertreten. Die Projekte knüpften zum Teil an bestehende Fairtrade-Ansätze an.
Das Team organisierte unter anderem faire Verpflegung an den Elternsprechtagen und beim "gesunden Pausenbrot". Auch bei der Schuladventsfeier und am Sporttag gab es fair gehandelte Produkte zur Stärkung.
Schüler besuchten den Hammelburger Weltladen und informierten sich im Unterricht über die Herstellungs- und Arbeitsbedingungen in den Ländern. Bei der praktischen Abschlussprüfung im Fach Haushalt und Ernährung nutzten die Schüler fair gehandelte Produkte.
Als spezielles Projekt wurde eine Sammelbox für Handys und Druckerpatronen im Eingangsbereich des Schulgebäudes aufgestellt. Das soll helfen Materialien einer Wiederverwertung zuzuführen. Ein Wunschprojekt für die kommende Zeit wären nun fair produzierte T-Shirts, zum Beispiel für die Abschluss-Jahrgänge, wie Oschmann-Hepp erklärte.
"Ich bin froh, dass ihr nun so weit seid", sagte Monika Mützel vom Weltladen-Team. Sie warb insbesondere für die Mango-Produkte, deren Verkauf die Initiative von Pater Shay Cullen unterstützt. Die Realschule bezieht ihre Fairtrade-Waren unter anderem vom Weltladen. Auch das Frobenius-Gymnasiums zählt zu den Kunden.
Das Gymnasium will demnächst ebenfalls Fairtrade-Schule werden. Ein P-Seminar arbeitet an der Bewerbung für die Zertifizierung. Denn auch an der Schule gibt es bereits erste Ansätze. So wird im Lehrerkollegium schon seit längerer Zeit Fairtrade-Kaffee gekocht.