Ein "goldenes Händchen" bewies Peter Kleinhenz mit dem Pianisten und Comedy-Künstler Martin Schmitt und dessen neuem Programm "Von Kopf bis Blues", das mehr als 200 Besucher anlockte. Der Ur-Bayer, der sich gelegentlich auch nach Franken verirrt, bestach ein weiteres Mal durch sein exzellentes Klavierspiel und seinen bayerischen, trockenen Humor.

"Ois is Blues"

"Ois is Blues" hat sich der Münchner irgendwann gesagt und versuchte, die afro-amerikanische Musik mit seinem von Vokalen gespickten Heimat-Slang zu verknüpfen. Zunächst probierte er, den Blues mit bayerischen Texten zu intonieren, was jedoch nicht so gut ankam. "Dös hat net basst. Dann habe ich auf den heutigen Stil eingeschwenkt, der mir am besten liegt", räumt er ein.
Was ist der heutige Stil? Ein Konglomerat aus Jazz, Boogie-Woogie, Blues und Piano-Entertainment amerikanischer und eigener Prägung, das der Münchner mit Gags und Erlebnissen aus seiner Laufbahn in tief-schwarzen Alpenland-Slang aneinanderkettet. Der Dialekt entwickelte sich aus der Heimatsprache, das Piano-Spiel lernte Mr. Schmitt von seinem Großvater. "Weil mir das Spaß gemacht hat, habe ich weitergemacht und mich drei Jahre von einer japanischen Pianistin ausbilden lassen. Danach bin ich auf das Richard-Strauss-Konservatorium gegangen, wo ich mir dann meine ganz persönlichen Nischen suchte",, erklärte der frischgebackene Buchautor. "Ich hab einen Verleger kennengelernt, der wollte unbedingt meine Liedtexte drucken", grinst er. Daraus entstand das Lieder-Büchlein "Aufbassn". Was sein Klavierspiel angeht, versteht man, dass Martin Schmitt schon im Programm namhafter Jazzer zu hören war, wie Dick Hayman, Ray Bryant und Chuck Berry. Um das, was der Münchner auf die Tasten zaubert, beneidet ihn wohl so mancher, ganz nach dem Evergreen "Ich möchte Klavier spielen können". Der nächste Satz "Denn wer Klavier spielt, hat Glück bei den Fraun" ergibt sich für den gut aussehenden 46-Jährigen wohl von selbst.
Schmitt ist eine Frohnatur. Seine Balladen, versetzt mit "Münchner Schmäh", erinnern ein bisschen an die Band "Relax" oder an die "Spider Murphy Gang", mit der er demnächst auf Tournee geht. Gelegentlich bringt er sein Publikum auch mit Nonsens-Sprüchen zum Lachen. Sein Erfolg manifestiert sich in 13 CDs, zahlreichen Live-Auftritten und den Engagements bei TV- Sendern.
Bei der Frage, ob Schmitt mit seinem urbayerischen Slang denn weiß, dass er sich in Oberthulba in Franken befindet, stutzt er einen Augenblick und antwortet: "Jo mei, i koo mi halt net verstelln." Dem üppigen Schluss-Applaus folgte ein "Cool down" mit dem Daniel-Schulz-Trio, bei dem Jazz-Pianist Daniel Schulz, Schlagzeuger Michael Leiss und Kontrabassist Christian Diller die Gäste nach Hause begleiteten.