Der Parkplatz des E-Centers ist abends ein Schwerpunkt auf ihren Gängen durch die Stadt. "Da sammeln sich die Jugendlichen", berichtet Achim Reinhart. Dort spielten sie dann laute Musik, die die Nachbarschaft störe, wie Stephan Schumacher ausführt. Daher habe er schon einige des Platzes verwiesen. Nun seien die Jugendlichen ruhiger.
Die beiden Männer schildern einen typischen Fall für die Sicherheitswacht. Diese ehrenamtlichen Hilfskräfte für die Polizei gibt es seit einem Jahr. Zwei Frauen und sechs Männer engagieren sich dafür. Ursula Niebling, Jürgen Schottorf, Stephan Schumacher, Achim Reinhart und Achim Müller gehören unter anderem dazu.


Drei-Stunden-Schicht

In Drei-Stunden-Schichten laufen sie bei Bedarf alleine oder zu zweit durch die Stadt, um Auffälligkeiten zu melden, als Ansprechpartner für die Bürger zur Verfügung zu stehen und Präsenz im öffentlichen Raum zu zeigen. Die Sicherheitswachtler dürfen Personen anhalten und befragen sowie Platzverweise aussprechen.
Sie unterstehen der Polizei. "Die Erfahrungen zeigen, dass die Sicherheitswacht was gebracht hat", sagt Alfons Hausmann. Der Leiter der Hammelburger Polizeiinspektion nennt nicht nur positive Reaktionen, sondern hat auch Zahlen parat: Im vergangenen Jahr gab es 241 Anzeigen wegen Straßenkriminalität, also zum Beispiel Vandalismus oder Körperverletzung. Für das laufende Jahr seien es bis jetzt nur 189 Anzeigen.
Auch Bürgermeister Armin Warmuth ist überzeugt, dass die - im Stadtrat umstrittene - Einführung der Sicherheitswacht eine richtige Entscheidung war. "Gerade in diesem veranstaltungsreichen Jahr kam sie zum rechten Zeitpunkt."
Bei den zahlreichen Großveranstaltungen im Jubiläumsjahr waren die Sicherheitswachtler im Einsatz, um das Geschehen zu beobachten. Sie passten zum Beispiel beim Fernsehgottesdienst auf die Technik auf dem Gelände an der Kirche auf. Aber auch bei der Beach-Party, dem Diebacher Faschingszug oder an Silvester zeigten und zeigen sie wieder Präsenz, um präventiv für Sicherheit zu sorgen.


Auch in der Nacht

Denn die Sicherheitswacht ist bei Bedarf auch zu Nachtzeiten unterwegs. Jeder ist ein- bis zweimal in der Woche dran - die meisten engagieren sich trotz Berufstätigkeit. Die Polizei legt die Schwerpunkte fest. Günther May, stellvertretender Dienststellenleiter, ist für die Schichteinteilung zuständig. Jetzt in der Winterzeit laufen die Sicherheitswachtler nach Einbruch der Dunkelheit vor allem durch die Wohnsiedlungen, wie Reinhart sagt. Das soll das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger stärken.
Und offenbar kommt die Sicherheitswacht bei den Leuten an. Schumacher erzählt: "Bei den Rundgängen durch die Stadt geben ältere Leute einem schon mal die Hand." Und Niebling ergänzt: "Man wird auch angesprochen, worauf man achten soll." Zum Beispiel auf die Museumsinsel. Auch mit den Wohnmobilisten auf dem Bleichrasen sprechen die Sicherheitswachtler regelmäßig darüber, ob auf dem Parkplatz alles ruhig geblieben ist.
Sie gehen außerdem durch die großen Einkaufsmärkte. So hat Reinhart wohl einen Ladendiebstahl verhindert. Zumindest hat ein Kunde einen eingesteckten Lippenstift wieder ins Regal gestellt, als er ihn erblickte, wie Reinhart erzählt.
Die Sicherheitswacht entfaltet aber noch andere Wirkungen: So bekommen Falschparker offenbar ein schlechtes Gewissen bei deren Anblick und springen schnell wieder ins Auto.