CBB-Stadtrat Dr. Reinhard Schaupp erinnerte daran, dass die Carl-von-Heß-Stiftung das Gebäude 1876 errichtet habe und es bis in die 1970er Jahre selbst nutzte. Wegen dieser "historischen Verbundenheit" bat er darum, dass genau geprüft werde, ob es nicht doch eine Verwendungsmöglichkeit gebe. Der Umbau des ehemaligen Hammelburger Gefängnisses zum Pfarrheim sei ein gutes Beispiel für die Rettung eines Baudenkmals. Schaupp schlug konkret vor, dass die Verwaltung der Stiftung ins ehemalige Waisenhaus einziehen solle und für das Bürgerspital ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaften geprüft werden.

Schäfer: "Kosten-Desaster"

"Das würde wahrscheinlich ein Kosten-Desaster werden", sagte Stiftungsvorstand Marco Schäfer zum Thema ehemaliges Waisenhaus. Allerdings machten Schäfer und Bürgermeister Armin Warmuth auch deutlich, dass noch nichts entschieden sei. Bei allen Überlegungen sei die Regierung von Unterfranken eingebunden. Falls diese ihre Fördergelder nur für ein Konzept mit Erhaltung des ehemaligen Waisenhauses in Aussicht stelle, würde das die Ausgangslage ändern. Zudem müsse auch das Landesamt für Denkmalpflege am Verfahren beteiligt werden. "Am Ende muss es wirtschaftlich sinnvoll sein", nannte Schäfer als Grundsatz auch für eine mögliche Übernahme des denkmalgeschützten Gebäudes. Architekt Stefan Buttler wurde konkreter: "Das Waisenhaus ist für eine wirtschaftliche Nutzung zu klein und auch zu marode", verwies er auf Untersuchungen für frühere Gutachten.