Den jährlichen Waldbegang des Gemeinderates gab es heuer in der Waldabteilung Dittlofsroda. Revierförster Tobias Wallrapp von der Forstbetriebs-Gemeinschaft (FBG) Rhön-Saale sprach von weiterhin zu erwartenden schwarzen Zahlen bei der Holzernte im Gemeindewald von Wartmannsroth. Sturmschäden seien bis auf wenige Einzelwürfe nicht zu melden.

"Der Dittlofsrodaer Wald ist mit 266 Hektar die mit Abstand größte Waldabteilung des Gemeindewaldes", erklärte Wallrapp. Er schätze den Flächenanteil auf etwa ein Drittel des Gesamtbestandes ein. Vorbei am Milchbetrieb Adrio und der Jagdhütte führte der staubige Weg in das von bis zu 120 Jahre alten Buchenbäumen dominierte Waldgebiet. Dort sei das Rotwild zuhause und der Handy-Empfang außen vor, sagte Wallrapp. Das riesige Waldgebiet des Juliusspitals grenze an diese Waldabteilung. Außerdem zähle die Waldabteilung Dittlofsroda zum so genannten FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), sei also eine naturschutzrelevante Fläche.

"In Zukunft wird es für FFH-Gebiete spezielle Managementpläne geben", kündigte Wallrapp demnächst zu erwartende Auflagen der EU an. In der Anfangszeit der Gründung von FFH-Gebieten sei das nicht erkennbar gewesen, erinnerte Bürgermeister Jürgen Karle. Als nicht einheimische Baumart habe sich die Douglasie (mit tiefer gehenden Wurzeln) besser als die heimische Fichte (zu flache Wurzeln) im Zeitalter des Klimawandels in Bezug auf Überlebensfähigkeit erwiesen, erklärte Wallrapp.

In dem üppig wachsenden Buchenwald von Dittlofsroda seien deshalb 20 Prozent Douglasie in den vergangenen Jahren angepflanzt worden, entnahm Wallrapp den Aufzeichnungen des Forstbetriebsplans. Kollidiert die Douglasie demnächst an der Ein-Prozent-Regelung für fremde Baumarten und muss sie nach Jahren gesunden Wachstums wieder ausgegraben werden? Derzeit würden die Bestände durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gelistet, berichtete der Revierförster.

Naturschutz und Gewinne

Rund vier Kilometer lang war der pausenreiche Rundgang, der von den Räten in etwa drei Stunden bewältigt wurde. "Aktuell sind die Verkaufspreise für die Buche nicht der Hit", bestätigte Wallrapp ein leicht gesunkenes, aber noch stabiles Preisniveau. Nadelholzpreise seien hingegen gestiegen. Die preisstabile Eiche sei hier weniger vertreten. "Die Gemeinde will nicht nur Naturschutz betreiben, sondern auch Gewinne erzielen", ging Wallrapp auf den zu erwartenden Anstieg beim Nadelholzverkauf ein.

Der Hieb im Dittlofsrodaer Wald habe im vergangenen Herbst bei über 900 Festmeter gelegen. Zufrieden war Wallrapp auch hinsichtlich des Brennholzes: "Trotz viel hinderlicher Nässe konnten alle Abnehmer ausreichend bedient werden." Die Holzrücker hätten mangels Bodenfrost bei der winterlichen Ernte und bei einer deshalb bis zum Frühjahr aufgestauten riesigen Holzrestmenge schwer zu kämpfen.

Auf lange Sicht seien Mischwälder mit klimatoleranten Bäumen die ökologische Absicherung der gemeindlichen Holzwirtschaft, erklärte Wallrapp. Durch die Vielfalt der Baumarten sei auch dem Befall durch Schädlinge und der Gefahr durch eventuelle Sturmschäden mehr Einhalt geboten.

Die Räte begrüßten die Naturverjüngung durch die Anpflanzung artgerechter Jungbäume. Kürzlich seien die durch das Wild verursachten Verbiss-Schäden an den Bäumen aufgezeichnet worden. Mit dem amtlichen Gutachten rechne man im kommenden Jahr, so Wallrapp. "Eine engagierte Jagd kann die Schäden einschränken", sagte er.