"Ich hätte nie damit gerechnet, dass es ohne Stichwahl ausgeht", kommentierte Bürgermeister Jürgen Karle die Kommunalwahl für Wartmannsroth. Gleichzeitig erinnerte er sich aber auch an die Bürgermeisterwahl von vor zwölf Jahren, bei der er sich ebenfalls im ersten Wahlgang durchgesetzt habe, damals seien es auch drei Kandidaten gewesen. Zusammen mit dem Gemeinderat habe er die Gemeinde ein gutes Stück weitergebracht, aber aufgrund der Corona-Krise nehme die Amtszeit nun eher ein unschönes Ende.

"Mein Dienst-Kalender war bis vor Kurzem selbst für den April bis zur Übergabe am 1. Mai mit Terminen noch prall gefüllt", räumte Karle fast wehmütig ein.

Fast alles abgesagt

Nun seien fast alle Termine abgesagt, und auch die für den 18. April geplante Abschlusssitzung falle natürlich auch aus. Sie soll aber nachgeholt werden, dies müsse er aber mit seinem Amtsnachfolger besprechen. Eine Gemeinderatssitzung soll noch stattfinden, da er noch ein paar kleinere Punkte abarbeiten will, um den neuen Gemeinderat damit nicht zu belasten.

Dass jetzt zwölf von 14 Räten dem Gremium nicht mehr angehören, sei teils dem Zufall geschuldet, und teils habe ein Mitnahmeeffekt vorgelegen: "Der Bürgermeister hört auf, da höre ich jetzt auch auf, ich war lange genug dabei."

Gleich in seinem zweiten Amtsjahr habe er die Verwaltung modernisiert und auf neue Füße gestellt. Das alte Pfarrhaus wurde zum Verwaltungsgebäude und quasi "Service-Center" generalsaniert, die Qualifikation des Personals in den Vordergrund gerückt. Man hat wieder ausgebildet und die Auszubildenden danach übernommen. Das Standesamt wurde nach Oberthulba ausgelagert, und es wurde auf eine tarifgerechte Bezahlung bei Verwaltung und Bauhof geachtet.

Vorher hätte die Devise gelautet: "Die sollen froh sein, dass sie bei der Gemeinde arbeiten dürfen." Als geradezu lachhaft bezeichnete Karle die Ausstattung des damaligen Bauhofes. Mit neuen Geräten habe er die maschinelle Ausstattung auf Vordermann gebracht. Es wurde eine neue Halle gebaut, die Lösung mit mehreren Standorten sei unbefriedigend gewesen. In Sachen Bauhof hat Karle eine Prioritätenliste aufgestellt. An erster Stelle steht für ihn das Wasser, das gleichzeitig Lebensmittel Nummer eins sei. Gefolgt von Abwasser, und erst danach kommen Mäh- und Säuberungsarbeiten oder Friedhofspflege und vieles mehr.

Vieles wurde modernisiert

In seiner Amtszeit wurde das Kindergartengebäude in Wartmannsroth generalsaniert und die Nachmittagsbetreuung in der Grundschule - einhergehend mit einem Anbau - eingerichtet. In Windheim wurden Feuerwehrhaus/Gemeinschaftshaus saniert und die Ortsdurchfahrt gebaut. Bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung wurden Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Das Baugebiet "Bornhecke" in Völkersleier ist abgeschlossen und das Baugebiet "Häg" in Wartmannsroth in Arbeit. Des Weiteren wurden einige Immobilien zur Dorfentwicklung erworben, und alle Grundstücke im Gewerbegebiet an den Mann gebracht.

Wartmannsroth wirkt in den Allianzen "Frankens Saalestück", "Fränkisches Saaletal" und - ganz wichtig für die Gemeinde - der "FBG" mit. Die Forstbetriebsgemeinschaft diene nicht nur der Holzvermarktung, sondern übernehme zwischenzeitlich auch die Forstbetriebsleitung und Beförsterung.

Mit dem Internet zeigt sich Bürgermeister Jürgen Karle in der Kommune derzeit zufrieden. Die deutsche Telekom und HABNet deckten das Netz ab. Beim Mobilfunk sei noch Luft nach oben. Für die Mobilfunkmastförderung liege eine Förderzusage in Höhe von einer halben Million Euro vor, die Deutsche Telekom habe mit Völkersleier auch schon einen Standort genannt.

Touristische Aufwertung

Mit dem Brennerweg habe Wartmannsroth eine touristische Aufwertung erfahren. Die Schnapsbrenner hätten sich dabei zum gemeinsamen Vorgehen entschlossen und den Tag der edlen Brände zu einem echten Highlight der Region werden lassen. Der 1. August gehöre dann noch einmal dem alten Gemeinderat - Weißwurstfrühstück und ein Teilstück vom Brennerweg stehen auf dem Programm.