Auf der Rückfahrt einer Dienstreise war der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale Mario Götz im Stau steckengeblieben und so übernahm sein Stellvertreter Harald Hofmann kurzfristig und spontan die Leitung der Mitgliederversammlung. Auch wenn weder Wahlen noch Ehrungen anstünden, sei es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und sich wieder einmal zu sehen, unterstrich Hofmann.

Die FBG habe derzeit 437 Mitglieder, die sich aus 415 Privatwaldbesitzer, sieben Waldkörperschaften, zehn Kommunen und dem Landkreis Bad Kissingen zusammensetze. Man bewirtschafte aktuell 9450 Hektar und für rund 7400 Hektar bestünden Waldpflegeverträge, informierte Geschäftsführer Fabian Menzel. Betrug die Vermarktungsmenge 2018 noch 35 000 Festmeter, reduzierte sie sich 2019 auf 29 000 fm und 2020 auf rund 25 000 fm. In ähnlichem Ausmaß sei auch der Umsatz rückläufig. 2018 seien es 2,15 Millionen Euro gewesen, 2019 1,6 und 2020 1,3 Millionen Euro.

Mäßige Preise für Kiefer und Fichte

Beim Holzeinschlag gebe es ein Gleichgewicht zwischen Laub- und Nadelhölzern. An der Spitze stehe Fichte mit 40 Prozent, gefolgt von Buche (36), Eiche (16), Kiefer (3), Lärche (1,5) und Douglasie (0,2). Die Eiche erreiche im Verkauf ein gutes Niveau, auch mit Buche und Lärche könne man stabile Preise erzielen, während es bei Kiefer und Fichte mäßig sei. Ende September liefen die Einschlagsbeschränkungen aus. Nach wie vor sei das schnelle Agieren bei Käferbefall wichtig, aber auch Käferholz fließe aktuell noch gut ab. Die bestellte Menge an Jungpflanzen stufte Menzel mit 75 000 Stück als gut ein. Darunter seien 60 000 Laubbäumchen (Eiche, Buche, Ahorn und Kirsche) und 15 000 Stück Nadelbäumchen (Douglasie und Weißtanne) gewesen.

Die Jahresrechnung weise einen Unternehmensgewinn von 40 600 Euro aus. Dies sei der Besetzung einer Stelle als Halbtagskraft und der Erhöhung der Gebühren für die Pflegemaßnahmen geschuldet. Der geplante Haushalt sei in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen und betrage rund 458 000 Euro. Auf der Ausgabenseite stehen die Personalkosten mit 375 000 Euro, die Abzahlung der vier Dienst-KfZ (14 000), die EDV (10 000), Versicherungen (8000) und Mitgliedsbeiträge (8000). Auf der Einnahmenseite stehen die Waldpflegeverträge mit 120 000 Euro, die Vermarktung (230 000 Euro), Mitgliedsbeiträge (12 500) und Fahrtkosten (20 000). Die FBG Rhön-Saale sei stark aufgestellt. Oberstes Ziel sei es die FBG mit den Mitteln auszustatten, die sie brauche, ein Gewinn stehe nicht an erster Stelle.

Der geplante Ausflug finde pandemiebedingt nicht statt, die Sammelbestellung werde aber wie gewohnt durchgeführt. Jakob Hahn, Forsttechniker und Mitarbeiter in der FBG stellte sich in der Versammlung vor. Er übernahm die Betriebsführung für den 500 Hektar umfassenden Wald des Marktes Sulzthal und führt Privatwald-Beratungen durch.

Mit einer regionalen Fertighaus-Firma habe man einen Vorvertrag über 3000 Festmeter Holz geschlossen. Letztendlich seien nur 200 fm abgenommen worden, was an Sägewerk-Kapazitäten gelegen habe.