Viele im Ort verbinden familiengeschichtliche oder persönliche Erinnerungen an das frühere Forsthaus. "Der Garten wirkte auf uns Jugendliche mystisch", erzählt Sabrina Hepp. Die 34-Jährige kennt das Anwesen seit ihrer Kindheit, schließlich steht das Elternhaus in der Nähe. Seit wenigen Wochen wohnt sie nun mit Mann und Kind in dem Forsthaus.

"Ein altes Haus hat einen ganz anderen Charakter als ein Neubau", sagt Joachim Hepp. Das Ehepaar Hepp kaufte das Forsthaus, in dem zuletzt eine alte Frau lebte, und sanierte das Gebäude. Im Herbst 2013 ging die Arbeit los, in diesem Sommer ist die Familie eingezogen.

Das denkmalgeschützte Haus diente einst dem königlichen Forstwart als Privatwohnung. Daher wird das Gebäude allgemein als ehemaliges Forsthaus bezeichnet, was manchmal für Verwirrung sorgt, denn das eigentliche Forstverwaltungshaus steht an einer anderer Stelle im Ort. Die Beschreibung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nennt das Jahr 1622 beziehungsweise 1699 als Ursprung. Im 18. Jahrhundert folgten Veränderungen.

Das Forsthaus gehörte wohl zur ehemaligen Propstei. Ein Fassadenstein mit einem Kreuz könnte darauf hindeuten. Ansonsten ließen sich laut Joachim Hepp für die Vermutung bisher keine Belege finden.


Moderner Anbau

Ihm sei bewusst gewesen, dass so ein historisches Anwesen ein Risiko bergen kann. Der Mut und der Einsatz des jungen Paares wurden jedoch belohnt. "Sämtliche Firmen waren überrascht, wie gut die Substanz erhalten ist", berichtet Joachim Hepp.

Zu tun gab es dennoch genug: Durchhängende Deckenbereiche mussten angehoben und stabilisiert werden. Sämtliche Leitungen wurden erneuert. Joachim Hepp berichtet: "Die alten Stromkabel waren noch mit Stoff ummantelt." Die Mauern wurden mit Holzfaser- und Hanfmatten isoliert. Eine Heizung und eine Lüftungsanlage für einige der Zimmer gehören nun ebenfalls zur Ausstattung.

Ein moderner, kubischer Anbau verlängert im Wohn- und Essbereich die Blickachse nach draußen. Die bodenhohen Fenster leiten viel Licht nach innen. Das historische Gebäude wird in die Moderne überführt, meint Sabrina Hepp.

Das Denkmalamt sei für ihre Vorschläge immer offen gewesen und habe ihnen Freiraum gelassen, sagt das Paar. Das liege wohl auch daran, dass sie sich auf die Geschichte des Gebäudes von Anfang an eingelassen haben.
So hat das Paar zum Beispiel für den neu aufgebauten Wintergarten die früheren Sprossenfenster nach einer alten Fotografie rekonstruieren lassen. Der Stuck an Zimmerdecken und Kaminnischen ist erhalten geblieben. Mit viel Mühe und eigenem Einsatz haben Sabrina und Joachim Hepp alte Holzfußböden und Türen restauriert. Der Bezirk Unterfranken belohnt das Engagement nun mit dem Förderpreis zur Erhaltung historischer Bausubstanz. Die Familie Hepp gehört zu den diesjährigen sieben Preisträgern.

Dass so ein Denkmal auch künftig eine Verpflichtung bedeutet, weiß das Paar. Es gibt anderen, die ein historisches Haus sanieren wollen, Auskunft über die eigenen Erfahrungen. Im Ort interessieren sich immer wieder Leute für das Haus, denn nicht zuletzt der parkähnliche Garten weckt die Neugier.