Dem Wald droht Schlimmes. Einerseits durch den Klimawandel, zum anderen sind es Schädlinge, die den vor neun Jahren vom Freistaat prämiierten Forst Fuchsstadts bedrängen. Ein Waldbegang, begleitet von Fachleuten, zeigte auf, wo für den künftigen Forstbewirtschaftung der Hebel anzusetzen ist.

Im Zuge der Inspektion, an der neben dem Gemeinderat und Bürgermeister Peter Hart viele Interessententeilnahmen, besichtigte die Gruppe zunächst das Gelände für den geplanten Naturfriedhof am "Mühlenberg". Das Areal oberhalb der "Trie", das Hart als "ideal für diesen Zweck" beurteilt, liegt an einem flachen Hang, umfasst knapp zweieinhalb Hektar und soll als Ruhestätte gelegentlich entbuscht werden, sind erst einmal Wege und ein kleiner Gedenkplatz angelegt.

Fabian Menzel von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) schilderte anhand des Beispiels Nüdlingen Details. So kostet ein Baum für die Dauer von 99 Jahren zwischen 2000 und 4000 Euro. Doch gibt es auch Gemeinschaftsbäume über 20 Jahre, die preiswerter sind. Wie Menzel einräumte, ist er selbst erstaunt über die rege Inanspruchnahme des Waldfriedhofs in der Rhöngemeinde. Den Blumenschmuck für einen Verstorbenen sollten Angehörige nach zwei Wochen entfernen. Die Hinterbliebenen können selbst einen Bestatter wählen, kleine Emaille-Bilder an den Bäumen sind erlaubt.

Für ältere Besucher oder Rollator-Fahrer empfahl der FBG-Mann einen schmalen, geschotterten Rundweg. Die Bäume sind nummeriert, ein Ortsplan liegt im Rathaus aus. Von einer eher unpassenden Einzäunung riet er, Abstand zu nehmen. Das Thema will der Gemeinderat noch im Detail diskutieren, so Hart, der sich vorstellen konnte, dass solche Ruhestätten in zehn Jahren gang und gäbe sind.

Ausgleichsflächen für das Baugebiet "Hinterm Turm" oder beispielsweise für die in Fuchsstadt projektierten Windkrafträder, bieten sich in der "Hölzung" am "Zimmerberg" an. Angrenzend an den "Märchenwald", den die Gemeinde aus der Bewirtschaftung nahm, stehen rund 1400 Quadratmeter als Ausgleichsfläche und weitere 600 Quadratmeter, eventuell als Blumenwiese, zur Verfügung. Die Wege im Umgriff will Hart nach und nach ertüchtigen lassen.

Abteilungsleiter Bernhard Zürner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies auf ein Förderprogramm hin, das beim Bau und der Instandsetzung von Wegen greift. Allerdings muss der Waldbesitzer die Nachfolge-Pflege übernehmen. Revierförster Rainer Bräunig berichtete von einem überalterten Buchenbestand der hier zur Hälfte entnommen wurde. Ihn ersetzen jetzt Edellaubhölzer. Ebenso entstanden hier 20 Biotopbäume zu den bereits bestehenden 175 Exemplaren der Gemeinde, die ebenfalls eine Förderung genießen.

Dem Massiv-Einschlag folgt in den nächsten Jahren keine Entnahme mehr, versicherte Bräunig. Gemeinderat Jürgen Wittmer drang darauf, dass Totholz im Wald nicht von Holzwerbern mitverarbeitet werde. Zürner informierte, dass die Forstwirtschaftsplanung und nachhaltige Bearbeitung des Waldes für die nächsten 20 Jahre im kommenden März vorliegen. Förderungen - im laufenden Jahr sind dies etwa 62 000 Euro - sind "kein geschenktes Geld sondern dafür gedacht, die Wälder zu stabilisieren und für die Zukunft fit zu machen", betonte er.

An den "Heinigshauben" und am "Totenkopf" offenbarte sich was dem Wald in den nächsten Jahren bevorstehen könnte - Trockenheit und Schädlinge wie der Borkenkäfer. Neuerdings grassiert sogar der Buchen-Borkenkäfer, den Waldarbeiter unter der Rinde eines gefällten Baumes herausschälten. Dieses Phänomen war bislang in den heimischen Wäldern eher unbekannt.

Fatal daran ist, dass ein heißer Sommer - wie der diesjährige - dem Baumschädling entgegenkommt, der besonders gern in Altbeständen wütet. Sollte dem trockenen und heißen Sommer ein weiterer folgen, wird es gefährlich. "Des Käfers wegen müssen wir vorbeugen und einen Teil der Bäume entnehmen", räumte Bräunig ein. "Diese Bäume müssen raus ", war auch die Meinung Zürners. Beide Forstleute sind sich einig, dass deshalb andere, zusätzliche Holzarten im Fuchsstädter Wald Eingang finden müssen.

Über die aktuelle Bilanz für das laufende Forstjahr informierte der Bürgermeister gegen Ende des Waldgangs. Demnach belaufen sich die bisherigen Gesamteinahmen aus dem Wald auf rund 407 000 Euro, die Ausgaben schlagen derzeit mit 292 500 Euro zu Buche.