von unserem Mitarbeiter Gerd Schaar

Dittlofsroda — Auf dem Aussiedlerhof von Reinhard Kessler brennt ein Stall. Eine Person ist verletzt und muss gerettet werden. Zum Glück nur das Szenario einer Übung, zu der am Freitagabend die Feuerwehren der Gemeinde Wartmannsroth ausrückten. Die Einsatzleitung hatte Kommandant Herbert Beck aus Dittlofsroda. Ihm zur Seite stand stellvertretender Kommandant Armin Zeitz.
Kurz nach 19 Uhr ertönten die Sirenen. Zu dieser Zeit war es schon dunkel. Sich im unbeleuchteten Außenbereich zurechtzufinden, war eine zusätzliche Schwierigkeit für die Floriansjünger. Ohne Lampen lief da nichts. Das erste Feuerwehrauto, das den Berg "Zum Schondratal" hinauf in Richtung Aussiedlerhof fuhr, kam aus Dittlofsroda.

Wasser aus Tanks für Erstangriff

Noch gut in Erinnerung hatten die Feuerwehrleute den Einsatz in Diebach, wo vor zwei Jahren ein Viehstall ein Raub der Flammen wurde. "Auch bei dieser Übung heute gilt es, in möglichst kurzer Zeit genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben", erklärt Kreisbrandmeister Thomas Eyrich. Denn die Wassertanks der Löschfahrzeuge reichen mit etwa 500 bis 600 Litern nur für einen ersten Löschangriff.

Hochbehälter angezapft

Auch die Hydranten verfügten nicht über die erforderliche Kapazität, um einen großen Stallbrand zu löschen. "Verpasst man es, einen ausgiebigen Wassernachschub rechtzeitig herzustellen, dann gibt es durch die Löschpausen womöglich einen Sieg der Flammen", betonte der Kreisbrandmeister.
Bei der Großübung am Freitagabend musste der ehemalige Hochbehälter für Trinkwasser angezapft werden. Für die lange Schlauchstrecke war die gute Zusammenarbeit aller sieben Wehren gefragt. Und dies in völliger Dunkelheit. Rein rechnerisch kam auf jede Wehr eine Schlauchstrecke von knapp 100 Metern.

Pumpen sorgten für Druck

Außerdem sorgten etliche Tragkraftpumpen für den nötigen Wasserdruck. Ganz vorn an der Schlauchstrecke warteten schon einige Floriansjünger an den Spritzen auf ihren Einsatz. Es klappte gut, bald stand genug Wasser zur Verfügung. Das landete dann aber nicht im Kuhstall, sondern auf dem benachbarten Acker. Thomas Eyrich zeigte sich zufrieden mit der Leistung.

Menschenrettung hat Vorrang

"In landwirtschaftlichen Anwesen gibt es eine Menge Brennbares", weiß der Kreisbrandmeister. Angefangen bei Heu und Stroh über Futtermittel bis hin zu Fahrzeugen und Maschinen. "Die Schwierigkeit bei dieser Übung ist, parallel zum Erstangriff die Verbindung zum Hochbehälter herzustellen", sagte Thomas Eyrich.
Absoluten Vorrang habe allerdings die Rettung von Menschen, betonte der Kreisbrandmeister. So durchsuchten Atemschutzgeräteträger der Stützpunktwehr Wartmannsroth erfolgreich das Gebäude. Außen vor blieb bei dieser Übung der Einsatz der BRK-Bereitschaft Wartmannsroth.