Zu Beginn der Sitzung legte Corinna Seufert den Amtseid ab. Sie rückte für den ausgeschiedenen Johannes Büttner in den Marktgemeinderat Sulzthal nach. Besetzt wurden anschließend die vakanten Mitglieds- und Vertreterposten, wofür Bürgermeister August Weingart die Vorschläge unterbreitete. In geheimer Wahl wurde Michael Hümpfner mit 7:2 Stimmen zum 3. Bürgermeister gewählt. Corinna Seufert übernimmt die Aufgabe der Jugendbeauftragten und ist künftig im Rechnungsprüfungsausschuss vertreten. Dem Arbeitskreis Kläranlage gehört Jens Weingart an, vertreten wird er durch Michael Hümpfner.

Einstimmig genehmigte das Gremium den Spendeneingang an die Gemeinde in Höhe von 150 Euro. Ebenso einstimmig sprach man sich für das Ratsinformationssystem RIS aus. Es soll im Juni/Juli diesen Jahres in Betrieb gehen, die Gemeinderäte können sich darüber dann detaillierte Informationen zur jeweiligen Sitzung holen. Auch die Sitzungseinladungen werden darüber abgewickelt, die schriftliche Einladung fällt weg.

"Auf einem guten Weg"

Bürgermeister Weingart informierte weiter über den Wasserverlust vom Markt Sulzthal. Er liegt aktuell bei 8,8 Prozent. Vor zwei Jahren hätten die Verluste noch bei 40 Prozent gelegen. 41 600 Kubikmeter seien gefördert und rund 38 000 Kubikmeter verkauft worden. "Wenn wir das halten können, sind wir auf einem guten Weg", sagte Weingart und bezeichnete das Gut Wasser als schützenswert. Mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED spare man Geld und leiste einen Beitrag zum Klimaschutz. Hat der Markt Sulzthal für die Beleuchtung im Jahr 2016 noch 54 000 kWh verbraucht, sei der Verbrauch in 2020 auf 13 900 kWh gefallen. Die eingesparten 40 000 kWh seien aber auch der Nachtabsenkung zwischen 23 und fünf Uhr geschuldet.

Abschließend schlug Klaus Keller vor, die geplante Photovoltaikanlage statt auf dem Kindergartendach auf das Dach der Mehrzweckhalle zu bauen. Weingart sprach hier die Statik und eine eventuelle Sanierung der Halle an und betonte den finanziellen Rahmen der anstehenden Maßnahmen wie Wasser-Hochbehälter, Kläranlage und Kernwegenetz.

Solarpark für rund 3050 Haushalte

Johannes Opitsch und Christian Schweikardt stellten in der jüngsten Marktgemeinderatsitzung die Firma GP Joule und die Projektidee für einen möglichen Solarpark vor. GP Joule gründete sich 2009, habe 275 Mitarbeiter an fünf Standorten und schon 14 Windparkprojekte und mehr als 121 PV Projekte umgesetzt.

Die Landwirtschaft wird durch den Klimawandel immer unsicherer, deshalb sei Photovoltaik die neue Art Land zu bewirtschaften. PV werde immer öfter zum zweiten Standbein für Landwirte. Mit einer möglichen zehn MW-Anlage könnten umgerechnet rund 3050 Haushalte mit Strom versorgt werden. Die Solarenergie solle naturverträglich ausgebaut werden, durch die Ansaat von Ackerwildkräutern werde die Artenvielfalt gesteigert, informierten die beiden.

Bürger können Fragen stellen

Als möglichen Standort schlugen sie Flächen unweit des Kreuzes (höchste Erhebung der Gemarkung) hin zur Gemarkungsgrenze der Nachbargemeinde Ramsthal vor. In ihrem Ausblick gingen sie auch auf die Wasserstofftechnologie ein. Am Mitnehmen der Bürger solle es nicht scheitern, mit Postwurfsendungen, per Video oder auch persönlich beantworte man gerne aufkommende Fragen. Es handle sich hier um einen ersten Entwurf, weder die Größe der Fläche, noch die Anzahl der Module seien festgelegt.

Die Räte sollten die Informationen jetzt mit nach Hause nehmen und die Bevölkerung im kleineren Rahmen dazu genommen werden, da aktuell keine Bürgerversammlungen stattfinden, so Bürgermeister August Weingart. "Ich möchte keine zweite Situation haben, wie es bei den Windrädern im Nachhinein gewesen ist", äußerte Weingart.