Etwa 8500 Fahrzeuge überqueren täglich die Saalebrücke. Vor 60 Jahren, als die Brücke entstand, rechnete noch niemand mit diesem Verkehrsaufkommen. Insbesondere der gestiegene Schwerlastverkehr hat der Konstruktion über die Jahre zugesetzt. Die Schäden sind deutlich, ein Neubau muss her.

Nach mehreren Jahren Planung leitete nun ein offizieller Spatenstich die Arbeiten ein: Bis Ende 2016 entsteht etwa vier Meter flussabwärts von der jetzigen Querung entfernt eine neue Saale brücke. Ende des Jahres wird die Bundesstraße 27 zur Staatsstraße herabgestuft, die Baulast geht danach auf den Freistaat über. Daher sorgt der Bund zuvor dafür, dass die Strecke in einem ordnungsgemäßen Zustand übergeben wird, erklärte Dorothee Bär (CSU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. Rund 5,7 Millionen Euro investiert der Bund aus seinem Sonderprogramm für Brückenmodernisierungen in den Neubau.

Der ist für die heutige Belastung ausgelegt. "Was heute alles transportiert wird, konnte damals keiner wissen", erinnerte Gerhard Eck (CSU) an die veränderte Verkehrsituation. Die neue Brücke verbessere mit einem Geh- und Radweg auch die Sicherheit. Der Staatssekretär im Bayerischen Verkehrsministerium hob zudem hervor: "Uns war es wichtig, dass sich mit einer neuen Brücke der Durchfluss für die Saale vergrößert."


Neuer Kreisverkehr

Dass in die Infrastruktur investiert wird, werde zurzeit nirgendwo so augenscheinlich deutlich wie auf der B 27, meinte Landrat Thomas Bold (CSU). "Straßen sind für die Erschließung des ländlichen Raums wichtig." Daher hoffe er, dass auch künftig mittel zur Verfügung stehen werden.

"Eine Baumaßnahme dieser Dimension ist nicht alltäglich", stellte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) fest. Die Stadt beteiligt sich mit - vom Freistaat geförderten - 183 000 Euro an dem Bau. Sie muss insbesondere den Kreisverkehr mitfinanzieren, der die Turnhouter Straße und die Weiher torstraße an die neue Brückentrasse anbinden wird. Sowohl der Bürgermeister als auch der Leiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt, Holger Bothe, erinnerten an die vielen Sitzungen und Gespräche im Zusammenhang mit den Brücken- und Kreisverkehrplänen. Die Diskussionen waren dabei teils kontrovers.

Nun sind die Debatten aber ausgestanden, und die Arbeiten können beginnen. Zunächst wird die Baustelle eingerichtet. Das Hauptmateriallager entsteht auf der Wiese gegenüber der Einfahrt zum Parkplatz an der alten Lagerstraße. Die erste Bauaufgabe umfasst die Gründungsarbeiten: Eine große Maschine wird Bohrpfähle in den Boden betonieren, wie Christian Jacob, Bauleiter der Firma Arlt ausführte. Die Arlt Bauunternehmen GmbH hat den Auftrag für den Neubau der Saalebrücke bekommen. Die Firma ist in der Region bereits mit der Errichtung der neuen Klöffelsberg-Brücke beschäftigt.

Während der Bauarbeiten kann der Verkehr auf der jetzigen Saalebrücke weiterfließen. Ende 2016 soll die neue Flussquerung stehen und der Verkehr dann auf diese verlagert werden. Danach beginnt der Abriss der Saalebrücke. Da der Bleichrasen mit dem Verschwinden der jetzigen Konstruktion Platz gewinnt, kann die Stadt später den Wohnmobil stellplatz ausbauen.

Bis April 2017 soll der Abriss und damit die komplette Brückenbaumaßnahme abgeschlossen sein. Die heutige Saalebrücke ist dann Geschichte. Ihr hat auch der militärische Schwerverkehr zu schaffen gemacht. Bothe erwähnte die Panzer, die Richtung Bahnhof über die Brücke rollten, bis diese im Jahr 1993 für militärische Fahrzeuge über 50 Tonnen gesperrt wurde. Beim Bau 1955 habe niemand die militärische Entwicklung auf dem Lagerberg vorhersehen können.