Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Bürgerinitiative Gegenstrom Elfershausen e. V. nach Elfershausen geladen. Hintergrund hierfür war es, aktuelle Informationen in Bezug auf den Stromnetzausbau in Bayern aus erster Hand zu erfahren. Extra kamen dazu der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär, Franz Josef Pschierer, und der Leiter des Referats "Energieinfrastruktur Strom, Netze", Dr. Martin Elsberger, nach Elfershausen.
Gemeinsam mit Landtagsabgeordnetem Sandro Kirchner, Landrat Bold und Bürgermeister Jochen Vogel, Vorsitzender des Vereins Rhönlink e. V., stellten sie sich den Fragen der rund 30 anwesenden Gäste, bestehend aus Bürgermeistern und Vertretern weiterer Bürgerinitiativen im Landkreis.


Für maximale Transparenz

Markus Stockmann, 1. Vorsitzender der Bürgerinitiative Elfershausen, würdigte die bisherige Leistung der Staatsregierung auf Bundesebene, durch die die ursprüngliche Ausgangssituation deutlich verändert werden konnte. Im Weiteren formulierte er die Wünsche der Bürgerinitiativen, bei der weiteren Vorgehensweise maximale Transparenz sicherzustellen. Staatssekretär Pschierer wünschte sich ebenfalls einen offenen und ehrlichen Dialog durch die beteiligten Schnittstellen, insbesondere durch die Netzbetreiber - hier Tennet. Die Grundlagen für die Staatsregierung seien: Die Rahmenbedingungen sind auf Bundesebene abgestimmt und gesetzlich festgelegt worden. Dass die Leitungen kommen werden ist geklärt, genauso der Erdverkabelungsvorrang für die Gleichstromleitungen und damit auch für Südlink. Klar ist auch, dass der Netzknoten Grafenrheinfeld mit dem Südlink verbunden wird. Nun gehe es darum, wo die Leitungen verlaufen werden. Das wird von den Netzbetreibern in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur ausgearbeitet. Hier fordert die Staatsregierung eine möglichst bürger-, natur- und landschaftsverträgliche Umsetzung von Bundesnetzagentur und Netzbetreibern.


"Diskussionsgrundlage"

Zum aktuellen Status erklärte er, dass es von der Bundesnetzagentur ein Methodenpapier gebe, wie die verschiedenen Trassenkorridorvorschläge zu erarbeiten sind. Ende September 2016 werden die Netzbetreiber ihre Planungen veröffentlichen, die als Diskussionsgrundlage zu betrachten seien. Weder sei damit eine Festlegung auf einen bestimmten Verlauf der Erdkabel verbunden, noch könnten bestimmte Bereiche definitiv ausgeschlossen werden. Pschierer verstehe auch die Betroffenheit in ganz Unterfranken, die durch den Knoten Grafenrheinfeld gegeben ist. "Wir sind alle darum bemüht, Konsens zu finden und die Fronten nicht verhärten zu lassen", so Pschierer.


Weitere Gespräche vor Ort

Nach der Veröffentlichung der Trassenkorridorvorschläge wird Tennet diese in den kommenden Monaten intensiv vor Ort diskutieren und Hinweise aus den betroffenen Regionen aufnehmen. Das offizielle Genehmigungsverfahren beginnt dann für den Südlink mit dem Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur, voraussichtlich im Frühjahr 2017.
Der Vorsitzende der Dachorganisation Rhönlink e. V., der Mottener Bürgermeister Jochen Vogel, stellte das bisherige Engagement der Bürgerinitiativen, der Kommunen, des Landkreises in enger Abstimmung mit Landrat Thomas Bold und dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner als großen Teilerfolg dar. Die Gleichstromtrasse wird erdverkabelt umgesetzt, zudem gibt es zur ursprünglich geplanten Wechselstromleitung P43 mit dem Projekt P43mod eine geeignete Alternative, die nicht mehr zum Endpunkt Grafenrheinfeld führt.
Landrat Thomas Bold erklärte im Hinblick auf die Bekanntmachung der möglichen Räume für die Trasse: "Das ,Ob‘ und das ,Wie‘ in Bezug auf die Leitungen ist unter anderem durch den Erdverkabelungsvorrang geklärt. Wir sollten uns bewusst sein, was wir bislang schon erreicht haben." Essenziell sieht der Landrat auch das Engagement des Hamelner Kreises, dem sich der Landkreis angeschlossen hat und dessen stellvertretender Sprecher Bold ist.
Der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner bezeichnete das bisherige Engagement in der Region als große Gemeinschaftsleistung: "Die Rahmenbedingungen sind auf Bundesebene nun festgelegt. Dass dabei einiges verändert werden konnte, ist unter anderem auch auf die konstruktive Arbeit unserer Bürgerinitiativen mit Rhönlink zurückzuführen. Hier konnte in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium sehr viel ausgetauscht werden, das auf Bundesebene nun Berücksichtigung findet." Der Abgeordnete lobte neben den Bürgerinitiativen auch die intensive Arbeit der Verantwortlichen im Landratsamt sowie die Zusammenarbeit mit dem Ministerium.
Pschierer versprach, wenn die Trassenkorridore vorgeschlagen worden sind, zu einem weiteren Austausch in den Landkreis Bad Kissingen zu kommen oder eine Delegation zum Austausch nach München einzuladen. red