"Da kann man nur den Kopf schütteln", kommentiert Raphael Rehbein auf Facebook die Sperrung der Anschlusstelle Hammelburg der A 7 in Richtung Süden parallel zu anderen Baustellen in der Region. "Unfassbar, einfach unfassbar", sagt auch Wolfgang Schuberth aus Hammelburg.

Gemeint ist die kurzfristig angekündigte Sperrung der westlichen Ein- und Ausfahrt auf die B 287.

Die Autobahn GmbH hat sie am Donnerstagnachmittag angekündigt. Die Pendler am Morgen konnten noch auffahren, gegen 10 Uhr war dann dicht.

Das führte auch deshalb zu viel Ärger, weil gleichzeitig die Bedarfsumleitung wegen der Erneuerung der Kreuzung zwischen Langendorf und Wülfershausen sowie Bauarbeiten auf der Staatsstraße 2293 oberhalb von Fuchsstadt gesperrt ist. Die Autofahrer wurden also auf die Umleitung der Umleitung geschickt: Rund 20 Kilometer Landstraße unter anderem durch Gauaschach statt zehn Kilometern auf der A 7.

Die Sperrung sei "ein absolutes Unding für Berufspendler nach Würzburg, aber sicher auch Schweinfurt", sagt Schuberth und ist wütend. Die zusätzliche Lebenszeit für die Umleitung der Umleitung, auf der auch noch zusätzlich Lkw unterwegs seien, gehe direkt von der Zeit mit der Familie ab. Auch dass die Sperrung so kurzfristig angekündigt worden sei, ärgert den 46-Jährigen.

Nur durch Zufall habe er die Meldung auf Facebook gesehen, wobei er sich dann doch wieder "veräppelt" fühlt, dass die Sperrung für 6 Uhr angekündigt war, die Auffahrt aber erst rund vier Stunden später gesperrt wurde. Vor allem aber ärgert ihn die Sperrung parallel zur Sperrung der Umleitung und der Strecke von Arnstein zum Autobahndreieck Werneck.

"Es ist richtig, dass die Umleitungsstrecke verlegt ist", bestätigt die Autobahn GmbH auf Nachfrage. "Jedoch ist auch die ausgeschilderte und verlegte Umleitungsstrecke nach unserer Information ausreichend leistungsfähig", heißt es weiter. Betroffen sei jedoch nur der Verkehr, der auf die A 7 in Fahrtrichtung Würzburg auffahren möchte, wird die Sperrung relativiert. Grundsätzlich seien die Maßnahmen der Staatlichen Bauämter und der Autobahn GmbH abgestimmt. "Dennoch lassen sich Überschneidungen aufgrund unplanmäßiger Verschiebungen nicht immer vermeiden", berichtet die Autobahn GmbH.

Der Landkreis Bad Kissingen und das Staatliche Bauamt Schweinfurt, die für die Erneuerung der Kreuzung KG 42/St 2293/ SW 34 zuständig sind, verweisen darauf, dass das Projekt im Einvernehmen mit den beteiligten Gemeinden, Landkreisen, der Polizei und den Straßenbaulastträgern geplant und von der Regierung von Unterfranken genehmigt wurde.

Laut Bauamt wurde die Verlegung der beiden Bedarfsumleitungen U 60 und U 57 entlang der A 7 von der Regierung von Unterfranken angeordnet, ebenfalls unter Beteiligung der Polizei, der Straßenbaulastträgern und der betroffenen Gemeinden. Der Bau der Kreuzung und der Deckenbau auf der Autobahn seien zwischen den Vorhabensträgern abgestimmt. "Dennoch lassen sich Überschneidungen in der Bauausführung leider nicht immer vermeiden", heißt es deshalb auch aus dem Staatlichen Bauamt, also fast wortgleich zur Autobahn GmbH.

Weitere Baustellen stehen an

Auf der A 7 werden laut der Autobahn GmbH seit 10. Oktober Deck- und Binderschicht in Fahrtrichtung Würzburg erneuert, und zwar zwischen Kilometer 619,270 und 622,180 in drei Bauphasen. Zunächst war die erste Hälfte der Fahrbahn am Mittelstreifen an der Reihe, aktuell folgt die restliche Fahrbahn und die Anschlussstelle Hammelburg in Fahrtrichtung Süden . "Aktuell befindet sich die Baustelle voll im Zeitplan", teilt die Autobahn GmbH mit und hofft auf eine termingerechte Fertigstellung bis 6. Dezember.

Die Baumaßnahme koste rund 2,65 Millionen Euro. Der Abschnitt auf der Gegenfahrbahn samt Anschlussstelle wurde bereits Anfang 2022 erneuert. Und: "In den nächsten Jahren sind noch weitere Sanierungsmaßnahmen auf der A7, vorwiegend nördlich der Anschlussstelle Hammelburg vorgesehen."

Hier ein Kommentar von Redakteur Ralf Ruppert zum Thema:

Das gibt's doch gar nicht

Journalisten beschäftigen sich oft mit kontroversen Themen, hören beide Seiten und sind in den meisten Fällen hin- und hergerissen, wer denn nun Recht hat. Aber so ab und zu gibt es Fälle, die einen echt sprachlos machen, bei mir betrifft das jetzt schon zum dritten Mal die A 7:

Der erste Fall dürfte gut 20 Jahr her sein: Auf der Fahrt nach Bad Brückenau kam ich an einem neuen, mehrere Meter hohen Schild vorbei, auf dem tatsächlich die "Rastanlage Röhn" angekündigt war. Habe ich das richtig gesehen? Ungläubig fuhr ich eine große Runde. Tatsächlich: h nach dem ö. Okay, Tippfehler passieren auch uns, aber auf einem mehrere tausend Euro teuren Schild mit Spezialbeschichtung? Am Ende musste die Firma das Schild erneuern.

Einige Jahre später berichtete ich über eine Baustelle zwischen den Anschlussstellen Wildflecken und Oberthulba. Am Tag der Fertigstellung fuhr ich abends auf die Autobahn und traute meinem Hintern nicht: Bei hoher Geschwindigkeit schaukelte sich mein Auto plötzlich auf und drohte von der Fahrbahn zu hoppeln.

Also am nächsten Tag Nachfrage bei der Autobahndirektion. Erste Reaktion: Alles gut, Strecke abgenommen. Einen Tag später: Okay, wir sind selbst mal drüber gefahren, da passt was nicht. Am Ende enthüllte ein extralanger Messwagen, dass die Straße in langen Wellen asphaltiert worden war. Eine Spezialfräse musste die Wellentäler abnehmen.

Und jetzt die Sperrung der Anschlussstelle Hammelburg: Am Donnerstag um 16.16 Uhr kam die Mail bei uns an, dass am nächsten Morgen um 6 Uhr gesperrt wird. Und: Die verweisen echt auf die Umleitung, die auch dicht ist? Das gibt's doch gar nicht! Doch, leider.