Mit einer historischen Handsirene machte das Festkomitee am Samstagnachmittag auf den Beginn der 850-Jahr-Feier in Wartmannsroth aufmerksam. Das Fass mit dem Festbier, das aus heimischen Wasser gebraut wurde (wir berichteten), stach August Winter mit zwei Schlägen an. "Das sehr schöne Wetter macht durstig", sagte Joachim Lutz. Der Krug mit dem dunkel eingebrauten Festbier landete auf dem eigens hergestellten Bierdeckel, auf dem zu lesen ist: "850 Jahre Wartmannsroth (1165 bis 2015) - unser Dorf, unsere Heimat - Vergangenheit, Zukunft und wir mittendrin".
Gefeiert wurde im Festbereich der Unteren Dorfstraße. Scheunen öffneten sich. Musikkapellen aus Schönderling und Stangenroth sowie die Waldfensterer Bergmusikanten spielten am Samstag auf. Viel respektvolle Beachtung fand die Ausstellung alter Fotos und historischer Gegenstände im alten Rathaus. Ja, in Wartmannsroth gab es auch mal ein Schwimmbad, das manche Besucher bei den hochsommerlichen Temperaturen jetzt gern benutzt hätten. Der eingezäunte Teich ist heute noch am Ortsausgang Richtung Schwärzelbach zu sehen.

Basaltabbau und Großbrand

Andere Bilddokumente zeugten von harter Arbeit des vergangenen Jahrhunderts in der Landwirtschaft und beim Abbau des Basaltgesteins. Ein Großbrand von 1928 in Wartmannsroth wurde dokumentiert.
Die älteren Besucher erkannten sich zum Teil auf den Schwarzweißfotos wieder. So zum Beispiel auf dem Kindergartenbild aus dem Jahr 1951 mit Schwester Gerwasia oder auf dem Klassenfoto aus 1950 mit dem damaligen Lehrer Franz Warmuth, der bis 1965 in der Volksschule Wartmannsroth unterrichtete. Warmuth war bis zu seinem Tod im Jahr 2005 als Kreisarchivpfleger tätig und ordnete auch das Gemeindearchiv von Wartmannsroth. Zu sehen war eine Liste der Lehrer, die seit 1738 in der "katholischen Volksschule Wartmannsroth" wirkten. Das ehemalige Schulgebäude wurde durch einen Neubau 1955 ersetzt. Bis zum Herbst 1966 gab es Volksschul-Unterricht in Wartmannsroth, danach in Diebach.
Sieglinde Kleinhenz hatte ein Treffen ehemaliger Schüler der Geburtsjahrgänge 1937 bis 1944 organisiert, wofür sie sehr gelobt wurde. Über 50 Ehemalige aus der ganzen Republik und sogar aus der österreichischen Steiermark trafen sich im "Landgasthof Zum Landgraf".

Aus Altötting angereist

"Zu meiner Zeit hieß der Lehrer Wenzel Kauschka. Er kam aus dem Sudetenland", erinnert sich Günter Scholze an den Unterricht für acht Klassen in einem Zimmer, und: "Ich denke immer noch an den schönen Baum am Abzweig nach Völkersleier." Gelandet ist der ehemalige Schüler in Altötting (Oberbayern). "Von meiner Klasse sind wir heute zu dritt."
Geöffnet war auch das sonst verschlossene alte Wiegehäuschen, das unterhalb des Rathauses an der Ortsdurchfahrt steht. Alles war liebevoll hergerichtet und lud zum Verweilen auch in den Höfen ein. Beschreibungen und historische Zusammenhänge waren in mühevoller Arbeit erstellt worden. Alte Traktoren und Motorräder waren zu bewundern. Es war die Vielfalt, von der die Besucher begeistert waren. Überall gab es was zu entdecken.
Ein weiterer Bericht folgt.