"Alle guten Dinge sind drei." - Der Motorsportclub Hammelburg startete am Samstag bereits den dritten Versuch das neue Clubhaus, nach Abschluss der Erschließungsarbeiten, endlich offiziell in Betrieb nehmen zu können. Die beiden vorherigen Versuche mussten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Aber nicht nur das neue Clubhaus sollte an diesem Tag offiziell in Betrieb genommen werden: "Wir feiern heute ein Dreifach-Event", begrüßte der Vorsitzende Ralf Deinlein die Mitglieder. Neben der offiziellen Einweihung des Clubhauses feierte der Verein auch sein 70-jähriges Jubiläum, dass 2021 ebenfalls nicht stattfinden konnte. In diesem Zuge erhielten auch einige der Vereinsmitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft eine Ehrung.

"Es ist das erste Zusammenkommen des Vereins nach Corona", freute sich der Vorsitzende über das zahlreiche Erscheinen der Gäste. Die 70 Jahrfeier des AMSC nahm er als passenden Anlass, die Mitglieder chronologisch anhand der Vereinsgeschichte durch das Programm zu führen. Begonnen wurde mit der Gründung im Jahr 1951. Ein weiterer großer Meilenstein für den Verein war die Herrichtung des ehemaligen Steinbruchs in den 60er Jahren. "Der Verein nimmt das häufig als gegeben hin. Ein eigener Übungsplatz ist allerdings sehr viel Wert", betont Deinlein.

Auch der Bürgermeister Armin Warmuth verdeutlicht dies in seiner Glückwunschrede: "Wir können froh sein, dass die Gegebenheiten so sind, wie sie sind. Heutzutage wäre das nicht mehr so einfach möglich." "Wir sehen hier ein Stück Stadtgeschichte und gesellschaftliche Entwicklung", freut sich auch der stellvertretende Landrat Gotthard Schlereth in seiner Rede. Er bedankte sich vor allem für die großartige Arbeit im Bereich der Verkehrssicherheit, die der Verein leiste. Ähnliches spiegelte sich auch in der Rede des Vorsitzenden vom ADAC Nordbayern e.V., Herbert Behlert, wider: "Ortsclubs, die viel tun, sollen auch viel Zuschuss von uns bekommen. Das trifft auf den AMSC zu." Von 134 Ortsclubs sei Hammelburg einer der Wichtigen, erzählte er und überreichte dem Verein eine Urkunde zum Jubiläum.

In den 70er Jahren angekommen gewann der Motorsport aufgrund der zunehmenden Motorisierung stetig an Bedeutung. Bereits 1972 trat Bruno Vierheilig dem Verein bei, der sich deshalb über die Ernennung zum Ehrenmitglied freuen durfte. Und: Nicht nur der AMSC ehrte einige der Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft in Gold, Silber oder Bronze, auch Behlert verteilte im Namen des ADAC Urkunden für 25, 40, 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft. Einen besonderen Dank erhielt Heinz-Walther Scherf, der "Stunden über Stunden in den Umbau investiert hat", so der Vorsitzende Deinlein.

160 Kartler pro Tag

In den 80er Jahren wurde neben der Neuerrichtung des Clubhaus auch die erste Bockbeutel-Rallye im September 1983 ausgetragen. Die 90er und 2000er prägte vor allem der Jugendkart-Slalom. Teilweise starteten bis zu 160 Kartler pro Tag. Und: Auch die Gesamtmitgliederzahl des AMSC stieg erstmals über 300. Mittlerweile zählt der Verein über 350 Mitglieder, wovon auch 210 im ADAC angemeldet sind. "Das ist vor allem ein Verdienst der starken Jugendarbeit von damals", erklärt Deinlein.

Am Ende seines Rückblicks drehte der Vorsitzende eine Wasserleitung auf, um nochmals die Freude des Vereins über die Erschließungsarbeiten am Clubhaus deutlich zu machen. Damit ist das Gebäude nun offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen. Dass das Wasser nicht mehr aus Tankfahrzeugen komme, sondern aus der Leitung und der Strom ohne Dieselaggregat funktioniere, sei vorher keine Selbstverständlichkeit gewesen. "Hochkommen, Licht einschalten, Wasserhahn aufdrehen", freut sich Deinlein.

Abschließend lud er alle Mitglieder zu einem gemeinsamen Abendessen ein und wies auf die Oldtimerausstellung auf dem Platz hin. Auch die beiden Slim-Racing Simulatoren des Vereins konnten von den Mitgliedern ausprobiert werden.

Liste der Ehrungen

Ausgezeichnet wurden beim AMSC:

Ehrenmitglied: Bruno Vierheilig (+40 Jahre ADAC);

Gold mit Kranz (über 50 Jahre beim AMSC): Heinz Walter Scherf (+ Ehrung für den Bau), Elmar Hofmann (+60 Jahre ADAC);

Goldene Nadel: Sigfried Brimer, Rudolf Hannawacker, Werner Zufraß und Claus Schubert;

Silberne Nadel: Stefan Eilingsfeld, Helmut Osterwind (+50 Jahre ADAC) und Joachim Sammüller;

Bronzene Nadel: Adolf Eberlein, Sebastian Hose, Richard Hussenether, Stefen Müller-Probandt, Nino Nitzsche, Helga Nitzsche-Schubert, Jakob Schäfer, Peter Scheller, Lukas Scheller, Wolfgang Schwarz, Harald Umkehr, Mariano Umkehr, Hans-Joachim Walz, Christine Weiershausen, Albrecht Leurer sowie Alfons Hausmann (+40 Jahre ADAC),

25 Jahre ADAC: Thorsten Ruck und Moni Schramm.