Hartung, der von 1984 bis 1990 Bürgermeister von Hammelburg war, war vergangenen Sonntag im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der Ausbau des Tourismus und die Aufwertung des kulturellen Angebots sei Hartung ein Anliegen gewesen, sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Er nannte die Restaurierung des Rathauses und der Herrenmühle sowie die Einrichtung des Stadtmuseums - damals eine Errungenschaft, wie Warmuth erklärte. Auch die Schaffung der Stadtbibliothek sei für Hartung signifikant gewesen, dem "Bildung immer ein Anliegen war".

Als einen feinfühligen und nachdenklichen, nicht immer bequemen und manchmal hartnäckigen Menschen mit hintergründigem Humor beschrieb Warmuth den Verstorbenen. Von einem "tatkräftigen, heimatliebenden Freund" sprach Landrat Thomas Bold (CSU). Er erwähnte, dass Hartung die Anfangsjahre der bayerischen Musikakademie geprägt habe.

Hartung pflegte nicht zuletzt über die Stadtkapelle gute Kontakte zur belgischen Partnerstadt Turnhout. Das würdigte José Lenders vom dortigen Partnerschaftskomitee.

Dass Hartung von christlich-konservativen Werten geprägt war, erwähnten mehrere Redner, so ebenfalls Sohn Peter Hartung: "Unserem Vater war es wichtig, dass wir auf Basis der christlichen Ordnung unser Leben sinnvoll gestalten." Hartung gehörte 65 Jahre lang der katholischen Studentenverbindung Gothia an. Die Verbindung stellte eine Fahnenabordnung ab. Norbert Binder warf bei der Beerdigung nach altem Brauch Mütze und Band seines Bundesbruders ins Grab. Die Stadtkapelle spielte auf dem Friedhof zu Ehren ihres früheren Vorsitzenden und die Feuerwehr kümmerte sich um das Ehrengeleit.