Unliebsame Überraschungen treten beim Gebäudeabriss zum Neubau des Rathauses auf. Wie die Vertreter der Planungsbüros Albert und Lieb feststellten, wurden häufige Umbaumaßnahmen in den alten Häusern vorgenommen und speziell zu entsorgende Materialien verwendet, die trotz Bausubstanzuntersuchung nicht zu Tage traten.
Einschiebe- und Doppeldecken sowie eingemauerte Eisenteile in den Wänden und der Fund von Industrieschaum dürften für Mehrkosten sorgen. Auch die angedachte Wiederverwertung des Dachstuhls bezeichnete Planer Vandeven vom Büro Lieb als "grenzwertig". Wie Albert bestätigte er, dass auch bei den Bohrungen nicht alles erkennbar war.
Ganz und gar nicht zufrieden sind der Bauherr und die Planer mit der durch den Neubau bedingten Führung der Hammelburger Straße, die die Baubehörde und die Polizei mit einer Ampellösung beschied. Geplant war eine Einbahnstraßenlösung, die Raum für den Baustellenverkehr lässt, der sich nach Worten von Albert noch verdichtet. "Vielleicht können wir die Behörden noch umstimmen", hoffte er.


Pflaster entfernen

Jochen Huppmann stellte den Antrag, das Gehwegpflaster vor den Arbeiten herauszunehmen, um es vor Schwerlasten zu schonen. Christian Röder monierte die durch Fahrzeuge von Beschäftigten der Firmen belegten Parkplätze rund um die Baustelle, die keinen Parkraum für andere lassen. Im Baustands-Bericht markierte Albert für die Rohbaufertigstellung April nächsten Jahres, die Gebäudehülle soll im Juni, der Innenausbau bis September 2018 stehen. Im künftigen Innenhof müssen die Architekten einen Bodenaustausch vornehmen, der mit einer Betondecke abschließt.
Gemeinsam nahmen der Bauhof und die Firma Baumann eine Umänderung in einer Ecke des Friedhofs vor, der ein neues Konzept erhalten soll. Sie tauschten die Erde aus, zogen eine Pflasterreihe ein und pflanzten einen Baum. "Das kam gut an bei der Ortsbevölkerung. Es gab schon Anfragen, ob dieses Konzept weiter geführt wird", informierte Bürgermeisterin Patrizia Schießer.
Die Neugestaltung des Friedhofs will sie in einer der nächsten Sitzungen diskutieren lassen. Wenn die Grabbesitzer einverstanden sind, erhält der Euerdorfer Friedhof eine großzügigere Gestaltung. "Möglicherweise können einige Gräber dabei nicht wie jetzt erhalten werden", fügte sie hinzu, mit dem Hinweis, dass nur noch zwei von zehn Bestattungen Erdgräber sind. Wegen der Absturzgefahr an der Friedhofskapelle will der Markt ein rund 22 Meter langes Schutzgitter anbringen lassen. Das günstigste Angebot legte ebenfalls die Firma Baumann zum Preis von 7580 Euro vor, das der Rat einmütig genehmigte. Bernhard Herterich gab sein Amt als Mitglied der Allianz-Versammlung aus ungenannten Gründen zurück. Damit entspann sich ein Disput zwischen Gemeinderat Elmar Hofmann und der Bürgermeisterin über den Sinn der Vertreter im Allianz-Rat, den Hofmann als "Abnick-Verein" bezeichnete. Bürgermeisterin Schießer klärte über die Aufgaben auf. Michael Fell stellte sich für das Amt zur Verfügung, das wurde mehrheitlich befürwortet.
Für das Nachtragsangebot der Firma Heil zur Verlegung von Glasfaser-Leerrohren im Gebiet "Am Steinbruch" gab der Rat grünes Licht. Die Glasfaserleitungen bis zu den Häusern betragen nach Schätzung eines Experten 12 bis 15 Kilometer. Für die Kabelverlegung fallen etwa 53 700 Euro an. Die Kosten übernimmt zunächst die Gemeinde, im Nutzungsfall übernimmt der Versorger den Verkauf oder die Verpachtung. Da noch zwei weitere Versorgungsabschnitte auszustatten sind, empfahl Vize-Bürgermeister Klaus Kaufmann, diese im Block auszuschreiben. Der Antrag des SV Wirmsthal auf einen Zuschuss zu den Wasser- und Abwassergebühren für die Beregnungsanlage und das Sportheim passierte einstimmig. Die Wasserkosten für die Beregnungsanlage in Höhe von 240 Euro übernimmt der Markt vollständig. An den Wasser- und Abwassergebühren des Sportheims, etwa 550 Euro, beteiligt er sich mit 20 Prozent. Freuen dürfte sich der Sportverein über das Angebot der Gemeinde, heuer einmalig auch die Restkosten zu übernehmen. Der Entwidmung eines öffentlichen Feld- und Waldwegs und die Verschmelzung vor vier gemeindeeigenen Grundstücken zu einer Fläche im Bereich "Siebenäcker" und dem Grundbucheintrag gab das Ratsgremium ohne Einwände statt.