Ab 2021 können Hildegard und Josef Weigand frühmorgens im Bett bleiben. 30 Jahre lang waren sie bei Wind und Wetter oft schon ab vier Uhr morgens unterwegs um den Leserinnen und Lesern die Tageszeitung zuzustellen. Begleitet wurden sie auf ihrer Tour oft von ihrem Hund.

Im Anschluss an ihre letzte Zustellungsrunde bedankte sich Ortsbeauftragter Klaus Kunder, auch im Namen der Gemeinde Oberthulba, für diese Tätigkeit mit einem Blumenstrauß, einem Tragerl Bier und einem Gutschein. "Übernommen haben wir das Austragen ja eigentlich von unserer Tochter Daniela, die sich damals damit etwas Geld dazuverdient hat", sagten die beiden. Daraus seien nun 30 Jahre geworden. Über die Hälfte der Haushalte in Hetzlos würden noch regelmäßig die Zeitung in Papierform lesen - zuletzt seien es 50 aber es seien auch schon einmal 65 Exemplare gewesen. Dazu kommen noch Anzeiger, Markt und Briefzustellungen.

Anfangs bar abkassiert

Zu Beginn ihrer Beschäftigung seien die Kunden noch bar abkassiert worden und selbst nach Einführung des Euro hätte man noch einen Barzahler dabei gehabt. Damals hätte es auch noch "richtige" Winter mit viel Schnee gegeben. Respekt hat Hildegard Weigand bis heute vor Glatteis, aber mittlerweile kenne sie alle Stellen im Dorf, wo besonders leicht Glätte auftritt.

"Nach Schneefall in der Nacht habe ich oft die ersten Spuren im Schnee gezogen", erwähnte Josef Weigand und erinnerte sich auch an Vorfälle wie den Wasserrohrbruch am Feuerwehrhaus, den er als erster während seiner Zustelltätigkeit entdeckt hatte. Corona hätte auf diese Tätigkeit kaum Auswirkungen, denn man sei alleine und im Freien unterwegs, die Maske sei aber immer griffbereit. Urlaubsvertretungen hätte man keine in Anspruch genommen, dies sei immer innerhalb der Familie ausgehandelt worden. Hildegard und Josef sind mittlerweile beide in Rente. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen das Amt abzugeben, über einen eventuellen Nachfolger haben die beiden noch keine Kenntnis.