Mehr Herzlichkeit geht fast nicht, das konnten die Oberthulbaer Kreuzbergwallfahrer jetzt bei ihrer jährlichen Wallfahrt am Kreuzberg erleben. Sie wurden dort nach ihrer anstrengenden Wanderung von einem gut aufgelegten Guardian Pater Stanislaus mit recht viel Weihwasser empfangen. "Ihr seid mir mit die liebsten Wallfahrer, weil ihr mich so begeistert im Gebet, Gesang und auch mit eurer Musik. Ihr seid hier etwas Besonderes. Schon manchmal musste ich deswegen meine Predigt abändern. Als Wallfahrer seid ihr die, die mithelfen, dass unser Berg der Franken erhalten bleibt, deshalb macht lange mit und gebt eure Wallfahrt nicht auf", so der Geistliche. Erfreut war er auch, dass so viele junge Leute noch mitmachen. Heuer waren es etwa 170 Personen, die den nicht immer einfachen Weg auf sich nahmen.
Nach der Wallfahrt mit Gebet, Musik und Gesang, ging es nach den Pausen in Burkardroth und Waldberg, den anstrengenden Kniebrecher hoch. Gegen 15 Uhr kamen sie am Kreuz am Kirchenvorplatz an. Bei den Fürbitten bezog der Klosterchef auch die Sanitäter mit ein. Sie hatten, so Georg Schießer, wenig Probleme zu behandeln, wie etwa Blasen an den Füßen.
Nach einer etwa einstündigen Pause stand der Kreuzweg an. Bei angenehmem Wetter wurden mit Marga und Bernd Bös die 14 Stationen gebetet. Musikalisch begleiteten die Oberthulbaer Blasmusiker dabei.

Ehrungen und Verabschiedung

Der Abend war der Geselligkeit und Stärkung für den nächsten Tag gewidmet. Wie schon seit Jahren, hatte auch diesmal Wallfahrtsführer Reiner Herold einige fleißige Wallfahrer ausgezeichnet. Diesmal waren es für 25 Jahre: Sonja Greubel, Rosalinde Häfner und Doris Fröhlich. Bereits 40 mal schaffte den Weg zum heiligen Berg Gertrud Kleinhenz. Reiner Herold lobte die gute Leistung. Ihm pflichtete auch Guardian Stanislaus bei. Er forderte in seiner humorvollen und begeisternden Art dazu auf, weiter zum heiligen Berg zu gehen. "Wir brauchen diese Wallfahrten, sie tragen zum Erhalt unseres Wallfahrtsortes wesentlich bei". Der Geistliche ließ es sich nicht nehmen, mit einer Geehrten ein Tänzchen zu machen. Dazu spielte, wie seit Jahren schon, Albin Friedrich auf seinem Akkordeon. Er gestaltete zusammen mit seiner Tochter Luise und mit Tiemo Stürzenberger (Gitarre) den gemütlichen Abend. Als Sänger in hervorragender Laune zeigten sich Konrad und Günter Hüttl.
Wallfahrtsführer Reiner Herold, der 1996 das Amt von Albrecht Eyrich-Halbig übernommen hat, hatte angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abzugeben. Der bisherige Fahnenträger Tiemo Stürzenberger erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Dazu wünschten ihm bei der Übergabe des Wallfahrtsbuches Reiner Herold und auch Pater Stanislaus viel Glück und immer gute, Wallfahrten. Als Lohn für seine Arbeit erhielt Herold ein künstlerisches gestaltetes Bild vom Kreuzberg und dazu ein Buch, mit vielen Texten und Erlebnissen sowie Bildern aus seiner Wallfahrtsführerzeit.
Reiner Herold erinnerte an seine jahrelange Arbeit. Dabei erwähnte er auch die Zusammenarbeit mit den Guardians, die er während dieser Zeit kennenlernte, so Pater Weissenberger, Pater Raphael, Pater Martin Donogalla und jetzt den immer freundlichen Pater Stanislaus Wentowski. Zu den Besonderheiten zählten zum Beispiel im Jahr 2003 der Bau von Treppenstufen am "Kistenloch" bei Premich. Die Beteiligung war eigentlich in all den Jahren gut, so gab es Rekordteilnahmen 2005 und 2006, wo bis zu 210 Pilger mitzogen, besonders auch viele junge Leute. Auch das Wetter spielte nicht immer mit. Bei den meisten der Wallfahrten gab es Regen und teils auch Stürme. So wurde im Wallfahrtsbuch 2008 vermerkt: "Endlich mal zwei Tage Sonne."

Ein schönes Ehrenamt

"Es war eines meiner schönsten Ehrenämter", erklärte Herold, der sich für die Unterstützung der Gemeinde, Helfern wie Fahnenträgern, Musikern, Vorbetern und einigen mehr bedankte.
Am Sonntag wurde gemeinsam der Gottesdienst gefeiert. Er wurde von den Oberthulbaer Musikern gestaltet. Um zwölf Uhr segnete Pater Stanislaus die Pilger. Über Waldberg, Premich ging es nach Burkardroth. Am Abend wurden sie in Oberthulba von den Ministranten und der Bevölkerung empfangen.