Einen spannenden ersten Eindruck, wie intensiv sich der Gemeinderat mit Themen befasst, die den Geldbeutel der Bürger betreffen, erhielt das neue Gemeinderatsmitglied Wolfgang Reidelbach, der für den verstorbenen Manfred Wehner auf der Liste CSU-Freie Wählergemeinschaft Oberthulba in das Gremium nachgerückt ist. Der 56-jährige Reidelbach kommt aus Oberthulba und war zu Beginn der Sitzung von Bürgermeister Gotthard Schlereth vereidigt worden.

"Wir drehen den Hahn auf und haben zu jeder Zeit und in ausreichender Menge hochwertiges Wasser. Ein Luxus, um den uns viele auf der Welt beneiden". So stimmte Bürgermeister Gotthard Schlereth seinen Gemeinderat auf eine intensive Diskussion zum Thema Wasser in der Großgemeinde ein.
Die Gemeindeordnung verpflichtet die Kommunen zu Kosten deckenden Gebühren für Wasser und Abwasser. Wie viel die Bürger der Großgemeinde für den Kubikmeter verbrauchtes Wasser und Abwasser zahlen müssen, legt die Wasserabgaben- bzw. Entwässerungssatzung von 2010 fest, die nun anzupassen war. Das Gremium hatte es sich nicht leicht gemacht und in einer Gesprächsrunde vor der Sitzung alle relevanten Gesichtspunkte besprochen, sodass die Räte zur Sitzung auf breitem Informationsstand diskutieren konnten.
Kämmerer Klaus Blum erläuterte anhand von Schaubildern den Wasserplan der acht Gemeindeteile und führte den Räten die dafür getätigten und künftigen Investitionen vor Augen. "Die Topographie der Großgemeinde mit weit auseinanderliegenden Ortsteilen in unterschiedlichen Höhenlagen bedingen viele Anlagen". So habe man sechs Hochbehälter, je zwei Wasserwerke und Druckerhöhungsanlagen und vier eigene Brunnen zu unterhalten. Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bad Kissingen, mit denen man weitere vier Brunnen gemeinsam betreibt, haben sich ausgezahlt. "Wir profitieren von deren Know how, das kommt unserer Wasserqualität zugute", meinte Schlereth.

Wasserqualität ist Lebensqualität

Im Übrigen seien Wasserpreise mit anderen Gemeinden nicht zu vergleichen: "In München reichen 1,85 Meter Leitung pro Einwohner, bei uns sind das stolze 14 Meter", führte der Rathauschef aus. Das bereits gebaute Wasserwerk in Thulba geht ebenso in die Kalkulation für die nächsten vier Jahre ein, wie ca. 2,2 Millionen Euro für Unterhalt und Verbesserung der Anlagen für Wasser und Abwasser in den einzelnen Gemeindeteilen. "In die Infrastruktur zu investieren ist eine gute Kapitalanlage", so der Rathauschef. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben bedeute das aber, dass die Gebühren von derzeit 2,15 € pro Kubikmeter auf 2,55 € angehoben werden müssten. Schlereth hatte jedoch auch eine gute Botschaft für die Bürger parat. Aufgrund deutlicher Kosteneinsparungen durch den Abwasserzweckverband können die Abwassergebühren um 30 Cent auf 2,10 € gesenkt werden. "Für den Bürger bedeutet das unter dem Strich nur 10 Cent mehr für Wasser und Abwasser. Dafür bekomme er ein ausgesprochen gutes Wasser, um das uns andere Kommunen beneiden".
2. Bürgermeister Jürgen Kolb (Bürgervereinigung Thulba) wies darauf hin, dass seit 2002 rund sieben Millionen Euro in Wasser und Abwasser investiert worden sei und befürwortete die neuen Gebührensatzungen. Auch alle anderen Beiträge zeigten sich mit dem vorgetragenen Konzept einverstanden und beschlossen die neuen Gebührensatzungen für Wasser und Abwasser einstimmig.
Einen Bauantrag mit zwei Kfz Stellplätzen an der Ecke Torstraße/Waldstraße befürwortete das Gremium ebenso wie die Nutzungsänderung des Treppengiebelhauses mit Integration der Bibliothek im Probsteigebäude in Thulba. Auch die Beitragsordnung des Vereins "Allianz Kissinger Bogen" passierte das Gremium. Frank Mersdorf wurde von der Gruppierung CSU-Freie Wählergemeinschaft Oberthulba für den verstorbenen Manfred Wehner in den Rechnungsprüfungsausschuss entsandt. Das Ratsgremium wählte ihn auch einstimmig zum dessen Vorsitzenden.