Ein Plus in der Kasse und ein beinahe vollständig wieder gewähltes Führungsgremium: bei der Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbandes Bad Kissingen überwogen die positiven Nachrichten. Landrat Thomas Bold bleibt an der Spitze des Verbandes und wurde - wie alle vorgeschlagenen Mitglieder - in ihr Vereinsamt gewählt. Rund 30 000 Euro Überschuss vermeldete Nicole Lampert bei der kurzen Einsicht über die Kassenlage des Verbandes. Auf 582 000 taxierte sie die Einnahmen, die zum Großteil aus Fördermittel für Projekte stammen und auf 552 000 Euro, also rund 30 000 Euro weniger die Ausgaben für das Jahr 2020. Hier waren die Projekt-/Maßnahmekosten mit rund 420 000 Euro der größte Posten. Wie Geschäftsführer Jan Hochstein erläuterte, sind die guten Zahlen auf die vielen Projekte zurück zu führen, die der Verein und dessen Mitglieder im letzten Jahr schulterten.

In seinem kurzen Bericht bilanzierte Hochstein die Schwerpunkte der Arbeiten im vergangenen Jahr. Von der Regierung von Unterfranken im Rahmen der Landschaftspflege und Naturparkrichtlinien (kurz: LNPR) erhielt der Kissinger Verband rund 416 000 Euro, in der Summe bedeute dies Bruttoeinnahmen von etwas mehr als 550 000 Euro für 45 beantragte Projekte. Auch GAK-Maßnahmen (Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz) standen auf der Agenda 2020. Sechs Anträge, so führte Jan Hochstein aus, erbrachten hier eine Fördersumme von beinahe 45 000 Euro. Über 180 Hektar waren 2020 in den insgesamt 56 Projekte aufgelistet, das Volumen aller Projekte bezifferte der Geschäftsführer auf etwas mehr als 571 000 Euro. 16 Maßnahmen entfielen auf Naturschutzgebiete und knapp 60 Hektar Fläche mit Fördergeldern von 154 000 Euro. 34 bereits genehmigte Projekte aus dem letzten Jahr werden noch durchgeführt und finden sich dann in der Bilanz für 2021 wieder.

Nach der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft ergaben sich bei den Neuwahlen nur wenige Änderungen. Für Gründungs- und Vorstandsmitglied Helmut Vierheilig, der erst vor wenigen Wochen überraschend verstarb, rückte Peter Reuter als Beisitzer in den Vorstand: Jochen Vogel schied aus eigenem Wunsch aus, Nico Rogge, der Bürgermeister von Oerlenbach über nimmt dessen Aufgaben. Die Wahl hätte satzungsgemäß 2020 durchgeführt werden sollen, die Amtszeit endet im Jahr 2026.

Der Vorstand spiegelt die Drittelparität im Verband wieder, das bedeutet konkret, dass die politischen Mandatsträger, die Vertreter aus der Land- und Forstwirtschaft, sowie Mitglieder aus Naturschutzverbänden zum gleichen Teil im Führungsgremium vertreten sind. Den neuen Vorstand bilden Landrat Thomas Bold, seine Stellvertreter sind bis 2026 Edgar Thomas (Land-/Forstwirtschaft), Oswald Türbl (Naturschutz) und August Weingart (Politischer Mandatsträger), Die Versammlung wählte außerdem Reinhard Landgraf (Naturschutz), Manfred Greubel (Land-/Forstwirtschaft), Nico Rogge (Politischer Mandatsträger), Peter Reuter(Land-/Forstwirtschaft) und Dieter Fünfstück (Naturschutz) zu Beisitzern. Die Kassenprüfer wurden in ihrem Ehrenamt einstimmig bestätigt-

Im laufenden Jahr wurden bereits 47 Projekte beantragt und genehmigt, das betrifft eine Fläche von rund 120 Hektar. Zusammen mit den offenen Projekten aus dem letzten Jahr, acht freien Aufträgen und fünf weiteren Anträgen ergibt sich für den Verband und dessen Mitglieder ein großes Arbeitsvolumen.

16 Euro, so entschied es der Vorstand im Vorfeld der Versammlung, werde man künftig (ab 2022) pro Arbeitsstunde bezahlen und damit den bisherigen Betrag anheben. Noch nicht profitieren Mitglieder davon, die im Rahmen der Ehrenamtspauschale entlohnt werden.

Mit Smartphone und GPS könnten in Zukunft die Pflegetrupps ihre Reviere erkennen und bearbeiten. In einem Pilotprojekt können zehn solcher Gemeinschaften die neue Technik testen, das notwendige Kartenmaterial erhalten sie zusätzlich.

Vielleicht, so hoffen es die Mitglieder, lockt die neue Technik und der höhere Stundensatz ein paar "Junge" an, die im Landschaftspflegeverband mitarbeiten wollen. Es herrscht teilweise Personal-Mangel, berichtete Jan Hochstein, der versicherte, dass es an Projekten und Fördermittel auch in Zukunft nicht fehle. Die Ansprechpartner im Landratsamt und in den Gemeinden helfen Interessierten weiter. Der beste Weg wird noch gesucht, aber die Jäger sollen über anstehende Maßnahmen in Feld, Wald und Flur besser unterrichtet werden. Mit einem Konzept will man die Waidmänner- und -frauen besser einbinden.