In der Debatte um eine eigene städtische Ausbildungskohorte bei den Gärtnern, scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Anlass der Diskussion war eine vorherige Sitzung des Gremiums. (Hier geht es zum Bericht) In dieser sprachen die Mitglieder des Ausschusses über die Ausbildungsplätze der Stadt. Florian Keßler (DBK) kritisierte damals, dass die Stadt seit zehn Jahren keine Gärtner mehr ausbildet. In Folge reichte die DBK einen Antrag ein. Das Ziel: Bad Kissingen soll wieder eigenes Personal in dem Bereich ausbilden. Das sorgte für Wallung im Gremium.

Bad Kissingen: Darum stellte die DBK im Finanzausschuss den Antrag

Hohes Durchschnittsalter, Landesgartenschau und Fachkräftemangel - waren Florian Keßlers Gründe für den Antrag. Daran entzündete sich ein kleiner Disput. "Ich muss die Aussagen aus dem Rathaus über den Stellenwert der Ausbildung kritisieren. Die Stadt bildet ja selbst aus - etwa im KFZ-Sektor", sagte er. Damit bezog er sich auf eine Aussage aus dem Rathaus von vor einigen Wochen. Die Stadt äußerte sich damals kritisch über den Stellenwert einer Ausbildung. (Hier geht es zum Bericht)

2. Bürgermeister Toni Schick (DBK) stellte klar: "Es war nie die Intention der Stadt, zu sagen, dass eine Ausbildung nichts wert ist.Wir bilden ja selbst in sechs verschiedenen Bereichen aus." Was genau mit der von Keßler kritisierten Aussage gemeint war, führte er ebenfalls aus: "Hier ging es darum, dass die Stadtgärtnerei an Profil oder Schärfe verloren hat. Die alleinige Ausbildung in dem Bereich ist sehr schwer zu gewährleisten. Deshalb hat sie hier nicht den Stellenwert."

Bad Kissingen: Zahlreiche Hemmnisse bei einer eigenen Ausbildung

Wo die Hürden liegen, machte die Personal-Chefin der Stadt, Kerstin Heinisch, deutlich: "Die Ausbildungsberechtigten Personen sind mittlerweile in anderen Bereichen eingesetzt." Das hängt damit zusammen, dass die Stadt 2011/2012 die Kolonne auflöste. Auch das hatte einen Grund: Damals war die Entscheidung notwendig, weil in absehbarer Zeit keine Neuanlage von Grünflächen vorgesehen war. Die Arbeiten in dem Bereich konzentrierten sich von da an auf Grünpflege und Unterhalt vorhandener Anlagen, heißt es aus dem Rathaus.

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Verantwortung für die Azubis übernehmen und ihnen Fachwissen zu vermitteln, lasse sich so nicht mehr gewährleisten. Es müsste eine neue Kolonne mit mindestens drei Personen entstehen, um die derzeit in der Vergabe befindlichen Aufgaben wieder übernehmen zu können.

Personal-Chefin der Stadt äußert sich zum Ausbildungsbeginn

Weitere Faktoren kommen erschwerend dazu: "Es fehlt uns mittlerweile das Equipment." Vorhanden sind zwar Handgeräte, nicht aber Minibagger oder ein Fahrzeug für die neue Gärtner-Truppe. Kerstin Heinisch stellte fest: "Frühestens für das Ausbildungsjahr 2024 wäre eine Entscheidung über eine Ausbildung in dem Bereich sinnvollerweise möglich."

Klaus Bollwein (DBK) verwies darauf, dass die derzeit an Externe vergebenen Grünarbeiten - etwa in Poppenroth - in ihrer Ausführung nicht qualitativ hochwertig sind. "Wir können das nicht einfach mit der städtischen Landschaftsgärtnerei in einen grünen Mixer werfen", kommentierte Anton Schick Klaus Bollweins Kritik, der darin eine Vermischung zweier verschiedener Ressorts sah.

Dienstleistungen einkaufen: Ja oder Nein?

Mit dem Einkauf von Dienstleistungen hatten nur wenige Stadträte ein Problem. "Der bedarfsgerechte Einkauf ist gerechtfertigt", meinte Thomas Menz (SPD). Er äußerte sich skeptisch zum Antrag der DBK: "Wenn wir das machen, kommt der Nächste und sagt "wir haben Straßen" also brauchen wir einen städtischen Straßenbau." Und: "Wir haben Dienstleister und es wird sich darum gekümmert." Das sah auch Anton Schick so."Wir werden selbst nie so ein Volumen haben, dass wir uns vom Einkauf von Dienstleistungen verabschieden können." Er betonte, dass bei der Vergabe an externe Firmen zudem ein Recht auf Nacherfüllung besteht.

Bad Kissingen: Kommt die salomonische Lösung?

Ein Teil von Florian Keßlers Antrag war, gegebenenfalls eine Kooperation mit der Bayerischen Staatsbad GmbH in dem Bereich zu prüfen. Das fand beim 2. Bürgermeister Anklang: "Ich bin der Ansicht, dass man bedarfsgerecht ausbildet. Die öffentliche Hand sollte sich hier ihrer Verantwortung nicht entziehen - und das werden wir auch nicht." Er stellte fest: "Wir werden in Folge zeitnah die bayerische Staatsbad GmbH fragen, ob es eventuell eine Kooperationsmöglichkeit gibt."