Themen von der Wiege bis hin zum Erwachsenenalter fanden sich auf der Tagesordnung des Bad Kissinger Finanzausschusses. Unter anderem beschäftigte sich das Gremium mit den Beiträgen für Kindergärten, städtischen Ausbildungsberufen aber auch mit dem Vereinswesen.

Bad Kissingen: Stadt unterstützt Eltern und Kindergärten

Per Beschluss entlastet die Stadt nun Kindergartenträger und Eltern. Wegen der Corona-Pandemie war es oftmals nicht möglich, die Kinder - wie üblich - in den Kindergärten betreuen zu lassen. Beiträge entstanden den Eltern dennoch. "Im Jahr 2020 hat der Freistaat das für die Monate April bis Juni zu 100 Prozent übernommen", sagte Stefanie Kauffmann, die Referatsleiterin für Schulen und Kindertagesstätten. Heuer übernimmt das Land Bayern nur 70 Prozent der Kosten für die Monate Januar bis Mai. Dabei handelt es sich um etwa 164 500 Euro. Die restlichen 30 Prozent steuert die Stadt Bad Kissingen bei. Somit haben die Träger weiterhin gesicherte Einkünfte für den Betrieb der Kindergärten.

Kindergartenbeiträge: 70 Prozent kommen vom Freistaat

Je nach Betreuungsart kommen auf die Stadt zwischen 30 bis 60 Euro monatlich pro Kind zu. "Wir haben die Kosten ermittelt und gehen von einem Bedarf von 30 000 Euro aus", teilte Stefanie Kauffmann den Mitgliedern des Finanzausschusses mit. Die Verwaltung geht davon aus, dass insgesamt etwa 1120 Kinder den Beitragsersatz in Anspruch nehmen. Die Mittel dafür finden sich bereits im Haushalt, den das Landratsamt genehmigt hatte, wie Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) mitteilte. Ob der Bedarf richtig ermittelt ist, zeigt sich erst 2022. Dann findet die Endabrechnung statt.

Auf der Tagesordnung fand sich auch die Vereinsförderung. Kämmerer Stefan Lang sagte: "Wir haben die Vereine angeschrieben, die dann per E-Mails über die Verteilung der Gelder abgestimmt haben." Für jeden Jugendlichen gibt es einen Zuschuss von 2,50 Euro. Insgesamt ergab sich eine Summe von etwa 37 500 Euro. Davon gehen rund 18 000 in den Bereich des Sports, 6700 Euro in die Kultur und circa 12 500 Euro in den sozialen Bereich.

Kämmerei empfiehlt Mehrausgaben

Allerdings sind im städtischen Haushalt 45 000 Euro für die Grund- und Jugendförderung bei den Vereinen eingeplant. Die Empfehlung aus der Kämmerei war daher - wie auch im Vorjahr - den Zuschuss für jeden Jugendlichen um 1,50 Euro auf insgesamt vier Euro zu erhöhen. Somit ergibt sich eine Gesamtsumme von circa 42 000 Euro, die die Stadt Bad Kissingen an die Vereine auszahlen möchte.

Davon profitiert jeder Bereich. Im Sport sind es etwa 3000 Euro mehr, für die Kultur knapp 500 Euro und im Sozialen circa 600 Euro mehr. "Die Vereine sind ein wichtiger Baustein der Gesellschaft", merkte der OB an. Das sahen die Mitglieder des Finanzausschusses genauso - einstimmig gaben sie dem Vorschlag aus der Kämmerei ihr Placet.

Sechs Stellen für Azubis

Im Rahmen der Sitzung stellte Kerstin Heinisch, die Personal-Chefin der Stadt, zudem die Anzahl der Ausbildungsstellen für das kommende Jahr vor. Angedacht sind sechs Stellen. Diese verteilen sich auf die Verwaltung und die städtischen Servicebetriebe. In der Verwaltung bietet die Stadt Ausbildungen als Bauzeichner, Fachinformatiker und als Fachangestellter an.

Jobs in verschiedenen Bereichen

Bei den Servicebetrieben sucht die Stadt Bewerber für den Posten als Kfz-Mechatroniker sowie eine Fachkraft für Abwassertechnik und einen weiteren Azubi als Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. "Wir finden hier nur schwer Personal und würden es deshalb gerne selbst stellen und nach der Ausbildung übernehmen", informierte Kerstin Heinisch das Gremium. Mit den sechs avisierten Stellen hatte niemand im Finanzausschuss ein Problem.

Dirk Vogel sprach eine Anfrage an, die thematisierte, ob die Stadt nicht mehr Azubis ausbilden könne. Dem erteilte er jedoch eine Absage: "Ja, wir haben Bedarf. Aber es muss alles ordentlich ablaufen - es braucht ja auch eine entsprechende Zahl an Ausbildern."

Florian Kessler (DBK), der Klaus Bollwein (DBK) in der Sitzung des Finanzausschusses vertrat, pochte auf den Fachkräftemangel im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus. "Seit 2010 bildet die Stadt den Beruf nicht mehr aus. Ich würde es begrüßen, wenn wir das wieder machen würden." Dirk Vogel betonte, dass sich die Verwaltung dem annehmen werde.

Bedarf an Fachpersonal sah auch Richard Fix (Grüne). "Warum gibt es bei den Bädern keine Azubis. Es heißt doch immer, dass in dem Bereich kein Personal da ist." Kerstin Heinisch verwies darauf, dass es schwer sei für die Schwimmbäder Azubis zu bekommen. Die anstehenden Umbauten der Bad Kissinger Bäder erschweren eine geregelte Ausbildung zusätzlich. "Wir setzen das vorübergehend aus." Dirk Vogel verwies auf einen Termin in Würzburg, bei dem er und Gerhard Schneider, der geschäftsleitende Beamte der Stadt, mit anderen Kommunen darüber gesprochen hätten, ob es sinnvoll sei, zukünftig die Ausbildung in Schwimmbädern gemeinsam anzugehen.

Geschenk aus München

Eine weitere Information des OB an die Mitglieder des Gremiums war, dass die Stadt einen Ausgleich für die ausgefallenen Einnahmen der Kurtaxe bekommt. Der Freistaat springt mit etwa 662 000 Euro in die Bresche. "Ich betrachte manches kritisch, was von staatlicher Seite kommt. Aber hier hat der Freistaat eine Top-Arbeit gemacht. Das war keine Selbstverständlichkeit", lobte Dirk Vogel den Vorstoß der Regierung. "Wir haben es angesprochen und gehofft - aber, dass wir es auch bekommen haben, ist eine starke Sache." Die Staatsbad GmbH hatte im vergangen Jahr zwei Millionen Euro weniger bei der Kurtaxe. Hier musste die Stadt circa eine Million Euro kompensieren. Durch das Geld vom Freistaat sind die Verluste der Stadt zu einem großen Teil ausgeglichen.