Geprägt von schmerzlichen Erinnerungen an die deutsch-deutsche Vergangenheit in der Zeit der Teilung, aber auch voll Freude über das "Geschenk der Wiedervereinigung" unternahmen 100 Mitglieder des Kreisverbands der Senioren Union (SEN) einen abwechslungsreichen Grenzlandausflug. SEN-Kreisvorsitzender Eberhard Gräf drückte im Rahmen der Begrüßung seine Verwunderung und Enttäuschung über das Wahlverhalten vieler Bewohner der neuen Bundesländer bei der jüngsten Bundestagswahl aus. Sein Dank galt den Mitorganisatoren der Fahrt, Kurt Heim und Helmut Kolb.


Neuer Aussichtsturm

Die jeweils Anfang Oktober durchgeführten Wanderungen in Bereiche der ehemaligen Grenze sind seit Jahren feste Bestandteile des SEN-Jahresprogramms. Witterungsbedingt wurden dieses Mal die Wanderstrecken stark verkürzt. Die Busfahrt führte zunächst zum neu gebauten Aussichtsturm auf dem Ellenbogen. Ganz in der Nähe liegt das Eisenacher Haus.
Mit dem Bus ging es weiter in das sehenswerte Städtchen Tann, wo eine Führung auf dem Programm stand. Das nächste Ziel, Point Alpha, war mit einer Wanderung entlang des "Weges der Hoffnung" verbunden. Ungewöhnliche Skulpturen, geschaffen im Auftrag der Point-Alpha-Stiftung, waren Anlass für Meditationen über die menschenfeindliche Grenze. Nachdenken konnte man über "Willkür", "Unterdrückung, "Zwang", "Entsetzen", "Solidarität", "Mit-Leid", "Gewalt", "Trost", "Kreuz", "Entwürdigung", "Mord", "Verzweiflung", "Opfer" und "Hoffnung".


30. Jubiläum

Der folgende Programmpunkt, die Besichtigung des Früchteteppichs in der Alten Kirche von Sargenzell bei Hünfeld, war besonders spektakulär. Zum 30. Mal gestalteten viele ehrenamtliche Bürger unter Anleitung einer Künstlerin ein biblisches Bild - gänzlich aus Naturprodukten - auf dem Kirchenboden. Heuer war es das Gemälde des italienischen Malers Leandro Bassano aus den Anfängen des 17. Jahrhunderts mit dem Titel "Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus". Man erfuhr, dass bereits weit mehr als eine Million Besucher die Jahr für Jahr gestalteten Kunstwerke besucht hatten. Durch ihre Spenden konnte die anfangs baufällige Kirche saniert werden.
Der abschließende Aufenthalt in der urigen Gaststätte "Heile Schern" in Spahl bildete den Ausklang eines denkwürdigen Tages, der lange in Erinnerung bleiben wird.