Was für den einen Kunst ist, kann in den Augen des anderen weg. Das gilt gerade auch für Street-Art, also für Kunst im öffentlichen Raum. Eine der bekanntesten Formen von Street-Art sind Graffitis, die die Künstler auf Mauern, Fassaden, Brücken oder auch an Eisenbahnwaggons sprühen. "Sprayer haben in der Gesellschaft oft keinen guten Ruf, da sie meist illegal arbeiten und dies meistens unter einem Pseudonym", erklärt Alexander Ruppert, selbst Maler, Grafiker und Sprecher der Bad Kissinger Künstlergemeinschaft ART 97688. Grundsätzlich handelt es sich bei Graffitis um eine anerkannte Kunstform. Nur: "In der Qualität gibt es massive Unterschiede", sagt er.

Als positives Beispiel nennt er die "East Side Gallery" in Berlin. Die künstlerisch hochwertigen Graffitis dort haben eine Aussage, die Betrachtung macht Spaß, regt aber auch zur kritischen Auseinandersetzung an. Gemessen daran kommt die Masse an Graffitis als Schmiererei daher, bildlich in schlechter Qualität, oft mit Schriftzügen mit vulgärer Sprache oder politisch extremen Symbolen vom Hakenkreuz bis zu Symbolen der antifaschistischen Bewegung. "Das alles reicht bei Weitem nicht aus, um es als Kunst zu bezeichnen", betont Ruppert.